Die besten Quarterbacks im NFL Draft 2026

Lesezeit: 22 Min.
Indiana QB Fernando Mendoza (Nr. 15) springt waagerecht über die Torlinie und streckt den Ball mit der rechten Hand aus. Die Verteidiger in Weiß verfolgen ihn, während ein Offizieller zuschaut. Die Fans sehen ihren potenziellen Star des NFL Draft 2026 in Aktion. Diese Beschreibung wurde mit der FootballR KI automatisch generiert.
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire

Was zu Beginn der Saison noch wie eine potenziell tiefe und qualitativ hochwertige Quarterback-Klasse wirkte, hat sich im Verlauf des Jahres spürbar relativiert. Die ganz große Breite an klaren Starter-Profilen ist ausgeblieben, stattdessen hat sich ein Feld herauskristallisiert, das stärker von Projektionen als von fertigen Lösungen lebt. Viele dieser Quarterbacks bringen interessante Tools oder einzelne übertragbare Elemente mit – aber nur wenige vereinen diese in einer Form, die auf NFL-Niveau sofort tragfähig erscheint.

Genau daraus entsteht eine Klasse, die weniger durch ihre Spitze als durch ihre Fragmentierung definiert ist. Es gibt nicht den klaren Cluster an sicheren Startern, sondern eine Reihe unterschiedlicher Profile, die jeweils eigene Fragen mitbringen. Entwicklung, Scheme-Fit und Kontext werden damit noch entscheidender als in anderen Jahren. Die Bewertung verschiebt sich weg von „Wer ist der kompletteste Quarterback?“ hin zu „In welchem Umfeld kann dieses Profil funktionieren?“.

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Trotz dieser Unsicherheit lässt sich die Gruppe klar strukturieren. Die Übergänge sind fließend, aber die grundsätzlichen Kategorien sind deutlich erkennbar – und an der Spitze steht ein Quarterback, der sich von genau diesen Fragezeichen am klarsten absetzt.

10. Sawyer Robertson – Baylor Bears

Alter: 23 Jahre (1. Februar 2003) | Größe: 6 ft 4 in (193 cm) | Gewicht: 220 lbs (100 kg)

Sawyer Robertson ist in dieser Gruppe der Quarterback, dessen Profil am stärksten nach klassischem Entwicklungsprojekt aussieht. Die Basis dafür ist trotzdem klar erkennbar: prototypische Größe, solide bis gute Armstärke und ein Spiel, das in Rhythmus und aus klaren Pocket-Strukturen durchaus NFL-taugige Momente produziert. Baylor vertraute ihm 2025 ein hohes Volumen an, und Robertson zeigte, dass er als Distributor in einer passlastigen Offense funktionieren kann. Wenn er in den Drop kommt, die Plattform sauber bleibt und das Konzept ihm klare Timing-Fenster liefert, kann er den Ball zügig verteilen und vor allem über die Mitte brauchbar attackieren. Dazu kommt ein gewisses Toughness-Profil: Er bleibt stehen, nimmt Kontakt an und scheut sich nicht, Würfe unter Druck noch zu setzen.

Genau dort endet aber auch der Komfort. Robertson ist kein Quarterback, der Chaos kontrolliert. Sobald Druck seine Plattform auflöst, kippt sein Spiel sichtbar. Die Reads wirken eher vereinfacht als umfassend, die Progressionsarbeit noch nicht belastbar genug für einen frühen NFL-Einsatz. Auch die Ballplatzierung schwankt zu stark, was sich trotz der hohen Counting Stats in der nur mittelmäßigen Completion Rate widerspiegelt. Er gewinnt derzeit eher über Arm und Struktur als über konstante Präzision oder flexible Problemlösung. Deshalb bleibt Robertson vor allem ein Spieler für Teams, die an den Körper, das Volumenprofil und die rohe Passing-Basis glauben, aber keinen sofortigen Starter suchen.

Draft Grade:                        Mid Day Three

Erwartete Draft Runde:        Fifth Round

9. Taylen Green – Arkansas Razorbacks

Alter: 23 Jahre (18. Oktober 2002) | Größe: 6 ft 6 in (198 cm) | Gewicht: 224 lbs (102 kg)

Taylen Green ist der physische Gegenentwurf zu strukturgebundenen Pocket-Passern. Sein Profil schreit nach Upside: 6-6 groß, herausragende Athletik, echte Dual-Threat-Gefahr und ein Arm, der das Feld auf allen Ebenen öffnen kann. Green ist nicht nur mobil, sondern eine echte Run-Game-Waffe. Seine Rushing-Produktion belegt, dass er Defenses mit Zone-Read, Scrambles und Design-Runs tatsächlich unter Stress setzt. Dazu kommt ein äußerst seltenes Gesamtpaket aus Größe, Geschwindigkeit und Wurfkraft, das ihm schon vor dem Snap eine Sonderstellung gibt. Wenn ein Play auseinanderbricht, bleibt er gefährlich, weil er aus Bewegung neue Fenster kreieren und mit wenigen Schritten große Räume fressen kann.

Aber genau diese Traits verdecken auch seine Baustellen nicht. Greens Passing ist noch deutlich zu streaky. Die Entscheidungsfindung schwankt, die Accuracy ist nicht stabil genug und die Mechanik braucht sichtbar Arbeit. Das gilt vor allem für das strukturierte Passspiel: Dort ist er aktuell eher ein Toolsy-Projekt als ein verlässlicher Operator. Auch sein Pocket-Management wirkt noch zu oft wie das eines Athleten, der lieber seiner Explosivität vertraut, statt jede Situation sauber innerhalb der Struktur zu lösen. Das macht ihn faszinierend, aber auch riskant. Green ist der Typ Quarterback, bei dem die NFL zuerst das seltene Paket draftet und dann hofft, dass Processing, Mechanik und Rhythmusspiel schnell genug nachziehen.

Draft Grade:                        Mid Day Three

Erwartete Draft Runde:        Forth Round

8. Cole Payton – North Dakota State Bison

Alter: 23 Jahre (26. Oktober 2002) | Größe: 6 ft 3 in (191 cm) | Gewicht: 233 lbs (106 kg)

Cole Payton bringt als Prospect einen anderen Reiz mit: weniger spektakulär als Green in der Athletik, aber ähnlich interessant als Quarterback, der über Run-Value, Physis und schematische Einbindung seinen Einstieg in die Liga finden kann. Payton war bei North Dakota State extrem effizient, dazu produktiv als Passer und Runner. Gerade als Red-Zone-Faktor und in physischen Run-Konzepten erzeugt er sofort nachvollziehbaren Mehrwert. Er ist kein improvisierter Gimmick-Spieler, sondern ein echter Bestandteil des Laufspiels, mit genug Armstärke, um Play-Action-Strukturen und vereinfachte Reads sinnvoll zu bedienen. Seine Toughness und Belastbarkeit verstärken dieses Bild zusätzlich.

Die zentrale Frage lautet aber, wie tragfähig sein Passing jenseits dieses Rahmens wirklich ist. Der FCS-Kontext macht die Projektion schwieriger, und sein aktuelles Profil ist noch klarer auf Scheme-Hilfe als auf ausgereiftes Dropback-Passing gebaut. Besonders die Progressionsarbeit und die Übertragbarkeit gegen NFL-Tempo bleiben offene Punkte. Payton ist deshalb kein klassischer Vollzeit-Pocket-Passer mit frühem Starter-Floor, sondern ein Entwicklungsquarterback, dessen Wert zunächst über Pakete, QB2-/QB3-Rollen und situative Spezialverwendung kommen kann. Sein Weg nach oben existiert, aber er ist an deutlich mehr Bedingungen geknüpft als bei den reiferen Passern weiter oben im Ranking.

Draft Grade:                        Mid Day Three

Erwartete Draft Runde:        Forth – Fifth Round

7. Luke Altmyer – Illinois Fighting Illini

Alter: 23 Jahre (22. Oktober 2002) | Größe: 6 ft 2 in (188 cm) | Gewicht: 215 lbs (98 kg)

Luke Altmyer ist wahrscheinlich der unspektakulärste, aber auch einer der klarsten Fälle in dieser Liste. Sein Profil lebt nicht von seltenen Traits, sondern von Funktionalität. Altmyer ist ein Quarterback, der Offenses stabil halten kann, wenn Struktur, Timing und Protection stimmen. Er verarbeitet das Spiel ordentlich, arbeitet aus sauberer Pocket effizient und bringt ausreichend Pocket-Mobilität mit, um nicht komplett statisch zu wirken. Seine Erfahrung gegen starke Konkurrenz und seine disziplinierte On-Schedule-Arbeit geben ihm einen nachvollziehbaren Floor. Er spielt selten wild, hält die Offense im Rhythmus und zeigt das Profil eines Quarterbacks, der einen Kaderplatz über Verlässlichkeit rechtfertigen kann.

Gleichzeitig ist sein Ceiling niedrig. Die physischen Tools sind begrenzt, vor allem die Armstärke setzt ihm eine relativ kleine Fehlertoleranz. Unter Druck ist er nicht konstant genug, und sobald das erste Fenster nicht schnell offen ist, fehlt manchmal die letzte Entschlossenheit in der Anschlussentscheidung. Außerhalb der Struktur erzeugt er zudem nur begrenzt echte Mehrwerte. Genau daraus entsteht seine Projektion: Altmyer wirkt eher wie ein funktionaler NFL-Backup oder Spot-Starter als wie ein Quarterback, um den man langfristig eine Offense baut. Aber gerade in dieser Rolle ist sein Profil wertvoll, weil es nicht vom Chaos, sondern von kontrollierter Ausführung lebt.

Draft Grade:                        Early Day Three

Erwartete Draft Runde:        Forth – Fifth Round

6. Carson Beck – Miami Hurricanes

Alter: 23 Jahre (19. November 2002) | Größe: 6 ft 4 in (193 cm) | Gewicht: 225 lbs (102 kg)

Carson Beck ist einer der klarsten System-Passer dieser Gruppe. Sein Spiel basiert auf Timing, Pre-Snap-Arbeit, Ballhandling und der Fähigkeit, eine Offense on schedule zu führen. Wenn die Pocket sauber bleibt und die Struktur ihm klare Antworten gibt, kann Beck Defenses methodisch sezieren. Seine Erfahrung in großen Programmen, seine ruhige operative Kontrolle und seine Fähigkeit, Reads zügig und strukturiert zu spielen, machen ihn zu einem Prospect mit nachvollziehbar hohem Floor. Er ist kein Quarterback, der das Spiel chaotisch an sich reißt, sondern einer, der es über Rhythmus, Mechanik und Struktur lenkt. Genau deshalb wirkt sein bestes Tape so erwachsen.

Die andere Seite ist ebenso deutlich: Becks Profil ist stark umfeldabhängig. Interior Pressure belastet ihn sichtbar, seine Athletik liefert kaum Rettung aus Pressuresituationen und auch seine Armstärke ist eher gut als außergewöhnlich. Das bedeutet: Sobald Protection, Timing oder Coverage-Looks ihn aus dem Komfortbereich zwingen, wird sein Fehlerfenster klein. Dazu kommen Turnover-Spikes und Phasen, in denen Decision-Making und Risk-Management schwanken. Beck ist deshalb kein natürlicher Creator, sondern ein Quarterback, der das richtige Umfeld braucht, um wie ein Starter auszusehen. In stabilen, rhythmischen Strukturen kann das funktionieren. Ohne diese Leitplanken fällt sein Profil deutlich schneller in Richtung hochwertiger Backup.

Draft Grade:                        Early Day Three

Erwartete Draft Runde:        Forth Round

5. Cade Klubnik – Clemson Tigers

Alter: 22 Jahre (10. Oktober 2003) | Größe: 6 ft 2 in (188 cm) | Gewicht: 210 lbs (95 kg)

Cade Klubnik bringt in diese Gruppe eines der reizvollsten Profile in Hinsicht auf Creation mit. Er ist ein Quarterback, dessen Spiel von Athletik, Mobilität und improvisierter Gefahr lebt. Clemson nutzte ihn regelmäßig in Rollouts, Movement-Pass-Konzepten und Situationen, in denen sich seine Fähigkeit auszahlt, den Launch Point zu verändern. Klubnik kann außerhalb der Struktur Plays verlängern, unter Druck weiter downfield denken und aus veränderten Plattformen noch produktive Würfe anbringen. Dazu kommt eine klare Wettbewerbsmentalität: Er spielt aggressiv, scheut schwierige Würfe nicht und übernimmt Verantwortung in kritischen Situationen.

Doch diese Dynamik hat ihren Preis. Klubniks Profil ist von Varianz geprägt. Footwork, Plattform und Timing sind nicht durchgehend stabil, die Ballplatzierung schwankt und auch die Entscheidungsfindung ist noch nicht sauber genug. Gerade im strukturierten Passspiel zeigt sich, dass seine Entwicklung eher von Potenzial als von bereits verankerter Konstanz lebt. Wenn er nach hinten driftet oder Progressions zu spät verarbeitet, gehen Rhythmus und Präzision verloren. Das macht ihn spannend, aber auch volatil. Klubnik ist einer der Quarterbacks in dieser Liste, bei denen die NFL stark daran glauben muss, dass Mechanik und Decision-Making stabiler werden. Gelingt das, ist Starter-Upside vorhanden. Bleibt die Varianz bestehen, ist auch eine Rolle als hochwertiger Backup ein realistisches Ergebnis.

Draft Grade:                        Third Round

Erwartete Draft Runde:        Third Round

4. Drew Allar – Penn State Nittany Lions

Alter: 22 Jahre (8. März 2004) | Größe: 6 ft 5 in (196 cm) | Gewicht: 235 lbs (107 kg)

Drew Allar im weißen Penn State Football-Trikot wirft den Ball während eines Spiels im Stadion

Drew Allar bleibt eines der klassischsten Boom-or-Bust-Profile dieser Gruppe. Auf dem Papier bringt er fast alles mit, was NFL-Teams bei einem Pocket-Passer sehen wollen: prototypische Größe, kräftiger Frame und eine Armstärke, die in dieser Klasse zu den auffälligsten gehört. Wenn Read und Timing stimmen, kann er Seams, Digs und tiefe In-Breaker mit echtem Tempo attackieren. Gerade Würfe über die Mitte zeigen, warum sein Profil trotz aller Unsauberkeiten weiter fasziniert. Auch seine funktionale Mobilität ist für seine Größe ordentlich, was ihm zumindest situativen Zusatzwert gibt.

Trotzdem ist Allar bislang zu sehr ein Quarterback der Momente statt der Konstanz. Footwork und Plattform sind der zentrale Schwachpunkt, und daraus folgen Probleme in Accuracy, Timing und Rhythmus. Unter Druck brechen Mechanics sichtbar ein, besonders bei Interior Pressure. Hinzu kommen offene Fragen bei Field Vision und Progressionsarbeit. Allar sieht zu oft wie ein Passer aus, der vom Big Play lebt, statt den stetig richtigen Wurf zu nehmen. Die verletzungsbedingt verkürzte Saison 2025 verschärft diese Unsicherheit zusätzlich, weil Scouts weniger frisches Tape zur Bewertung haben. Deshalb bleibt seine Projektion polarisiert: Die Tools sind Starter-würdig, die operative Basis ist es noch nicht. Bei ihm hängt extrem viel daran, ob ein NFL-Team seine technische und mentale Entwicklung sauber steuern kann.

Draft Grade:                        Third Round

Erwartete Draft Runde:        Third Round

3. Garrett Nussmeier – LSU Tigers

Alter: 24 Jahre (7. Februar 2002) | Größe: 6 ft 1 in (185 cm) | Gewicht: 205 lbs (93 kg)

Garrett Nussmeier ist in dieser Gruppe der vielleicht klarste Gunslinger. Sein Spiel ist aggressiv, mutig und darauf ausgelegt, Defenses aktiv zu attackieren. Er wartet nicht auf perfekte Separation, sondern wirft früh in enge Fenster und bringt damit eine Mentalität mit, die Coaches einerseits lieben und andererseits zähmen müssen. Dazu kommen eine saubere Wurfmechanik, ein schneller Release und ein insgesamt pro-taugliches Passing-Fundament. Im Kurz- und Intermediate-Bereich kann Nussmeier den Ball mit gutem Tempo verteilen, und seine Erfahrung in einer anspruchsvollen Offense verstärkt den Eindruck eines Quarterbacks, der das Passspiel wirklich führen will.

Genau dort liegt aber auch das Risiko seines Profils. Die Gunslinger-Mentalität kippt regelmäßig in überzogenen Mut. Seine Entscheidungsfindung bleibt inkonstant, unter Druck steigt die Fehleranfälligkeit und sein Arm ist gut, aber nicht so außergewöhnlich, dass er jede riskante Idee physisch retten könnte. Dazu kommen begrenzte Athletik und ein nur durchschnittlicher Frame, was die Fehlertoleranz weiter senkt. Nussmeier ist deshalb kein sicherer Operator, sondern ein Quarterback mit hoher Varianz. Wenn die Entscheidungsqualität stabil bleibt, kann sein mutiges Passspiel Starter-Wert haben. Wenn nicht, drohen Turnover-Probleme und eine Rolle, in der das Talent sichtbar, die Spielsteuerung aber nie ganz vertrauenswürdig ist.

Draft Grade:                        Third Round

Erwartete Draft Runde:        Third Round

2. Ty Simpson – Alabama Crimson Tide

Alter: 23 Jahre (21. Dezember 2002) | Größe: 6 ft 1 in (185 cm) | Gewicht: 211 lbs (96 kg)

Ty Simpson ist in dieser Liste einer der saubersten Struktur-Quarterbacks. Sein Profil ist stark über Timing, Processing und technische Stabilität definiert. Er liest Defenses ordentlich, arbeitet diszipliniert durch seine Progressions und bringt eine saubere, wiederholbare Wurfmechanik mit. Besonders im Kurz- und Intermediate-Bereich ist seine Ballplatzierung eine echte Stärke. Simpson wirkt wie ein Quarterback, der versteht, wie eine Offense geführt werden muss: nicht über Spektakel, sondern über Präzision, Entscheidungsqualität und Kontrolle. Seine erste volle Saison als Starter deutete an, dass er diese Art von Spiel auf hohem College-Niveau auch tatsächlich durchhalten kann.

Warum steht er dann nicht ganz oben? Weil sein Ceiling sichtbarer begrenzt ist als bei einem echten Ausnahmeprofil. Die Starter-Erfahrung ist noch relativ gering, unter Druck fällt seine Effizienz ab und seine Armstärke ist eher solide als elitär. Auch außerhalb der Struktur erzeugt er nur begrenzt zusätzliche Antworten. Simpson ist also nicht der Quarterback, der das Playbook sprengt oder durch Improvisation Spiele neu schreibt. Aber er ist einer, der über Timing und technische Sauberkeit ein NFL-System sinnvoll steuern kann. In einer Liga, in der viele Passer an den Grundlagen scheitern, ist das ein erheblicher Wert. Sein Profil lebt stärker vom Vertrauen in die operative Qualität als von spektakulären Traits.

Draft Grade:                        Late First – Early Second Round

Erwartete Draft Runde:        Late First – Early Second Round

1. Fernando Mendoza – Indiana Hoosiers

Alter: 22 Jahre (1. Oktober. 2003) | Größe: 6 ft 5 in (196 cm) | Gewicht: 225 lbs (102 kg)

Fernando Mendoza, der eine rote Krawatte und eine Anstecknadel der Indiana University trägt, küsst die Heisman Trophy 2025 und hält sie mit beiden Händen. Im Hintergrund sind wiederholte Heisman-Logos zu sehen, und die Plakette der Trophäe ist deutlich zu erkennen. Diese Beschreibung wurde mit der FootballR KI automatisch generiert.
Foto: IMAGO / UPI Photo

Fernando Mendoza steht hier an der Spitze, weil sein Gesamtprofil die wenigsten offenen Grundsatzfragen mitbringt. Er gewinnt nicht über chaotische Highlight-Plays, sondern über die Art von Quarterbacking, die sich auf das nächste Level übertragen lässt: Antizipation, Timing, Processing, Strukturtreue und Ruhe unter Druck. Mendoza erkennt Coverages sauber, arbeitet innerhalb des Designs diszipliniert und kontrolliert das Passspiel mit bemerkenswerter Souveränität. Besonders wertvoll ist, dass sein Spiel nicht nur sauber, sondern auch belastbar wirkt. Er hat in großen Momenten geliefert, unter Druck Qualität gezeigt und 2025 eine Effizienz produziert, die seine operative Stärke klar untermauert.

Seine Schwächen liegen weniger in klaren Mängeln als in der Begrenzung des absoluten physischen Ceilings. Mendoza ist funktional mobil, aber kein echter Dual-Threat. Seine Armstärke ist gut, jedoch nicht elitär, und sein bestes Tape entsteht aus Struktur, nicht aus improvisiertem Chaos. Auch die Umstellung auf mehr Under-Center-Elemente wird ein Entwicklungspunkt sein. Trotzdem kippt seine Projektion nicht, weil seine zentralen Stärken genau jene sind, die NFL-Offenses früh tragen können: Entscheidungsqualität, Red-Zone-Effizienz, Ballkontrolle, mentale Toughness und ein sehr pro-readyes Passspiel. Mendoza ist deshalb nicht zwingend der spektakulärste Quarterback dieser Gruppe, aber der vollständigste. Und genau das macht ihn hier zur Nummer eins.

Draft Grade:                        Top 15

Erwartete Draft Runde:        First Overall

Fazit

Am Ende lässt sich diese Klasse relativ eindeutig in drei Gruppen einteilen. Am unteren Ende stehen mit Robertson, Green und Payton Quarterbacks, deren Wert primär aus Development, physischen Tools oder schematischem Spezialwert entsteht. Sie bringen interessante Ansätze mit, sind aber aktuell noch deutlich davon entfernt, eine NFL-Offense konstant tragen zu können.

Darüber folgt eine Gruppe mit Altmyer, Beck und Klubnik. Quarterbacks, die jeweils nachvollziehbare Wege in die NFL haben, deren Profile aber klar begrenzt sind. Sie können in stabilen Strukturen funktionieren, bringen jedoch nicht die Kombination aus Konstanz, Upside und unabhängiger Spielgestaltung mit, die für langfristige Starter-Projektionen notwendig ist. Ihr realistisches Outcome liegt eher im Bereich solider Backups oder situativer Starter.

Die spannendste Zone liegt dahinter. Allar bleibt das klassische Boom-or-Bust-Projekt, ein Quarterback mit seltenen Tools und entsprechend hoher Upside, dessen Floor jedoch deutlich niedriger ist als bei vergleichbaren Prospects. Nussmeier und Simpson dagegen bringen bereits mehr strukturelle Stabilität mit und haben klare Argumente für sich als potenzielle Starter, wenn ihre jeweiligen Schwächen kontrollierbar bleiben.

Und dann ist da Mendoza. Während viele dieser Quarterbacks in bestimmten Bereichen überzeugen, aber in anderen klare Fragezeichen hinterlassen, wirkt sein Profil am geschlossensten. Er gewinnt nicht über das spektakulärste Toolset, sondern über die Stabilität seines Spiels. Genau deshalb steht er klar an der Spitze dieser Klasse, nicht, weil er fehlerfrei ist, sondern weil er aktuell der Quarterback ist, dessen Spiel sich am zuverlässigsten auf das nächste Level übertragen lässt.

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Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

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