Diese Running Backs warten in der Free Agency 2026

Fabian Weigl
Lesezeit: 21 Min.
FootballR - Free Agency 2026 - New York Jets Runningback Breece Hall.
Foto: IMAGO / USA TODAY Network

Einordnung des RB-Marktes 2026 – außergewöhnliche Tiefe an der Spitze

Gesamtgesehen ist die Running Back Free Agency 2026 eine der bestbesetzten der letzten Jahre, insbesondere in der oberen Leistungsschicht. Während viele Offseasons auf dieser Position von alternden Volume-Backs oder reinen Committee-Optionen geprägt sind, bringt der Markt 2026 eine ungewöhnliche Dichte an nachweislich leistungsfähigen, noch nicht „overused“ Top-Profilen mit.

Mit Spielern wie Breece Hall, Kenneth Walker III, Javonte Williams, Travis Etienne und J.K. Dobbins erreichen mehrere Running Backs gleichzeitig den Markt, die sportlich klar über dem liegen, was üblicherweise als typischer Free Agent auf dieser Position verfügbar ist. Klar ist, dass einige von diesen mit dem Franchise Tag versehen oder allgemein einen neuen Vertrag unterschreiben werden.

Diese Gruppe vereint unterschiedliche Archetypen, hat aber eines gemeinsam: Sie waren in ihren jeweiligen Rollen bereits tragende Bestandteile von Offenses und bringen entweder Explosivität, Vielseitigkeit oder nachgewiesene Efficiency mit.

Besonders auffällig ist dabei, dass diese Spitze nicht nur aus Volume-Backs besteht, sondern aus modernen Profilen, die im aktuellen NFL-Umfeld besonders gefragt sind: explosive All-Purpose-Backs, Runner mit Receiving-Value und Spieler, deren Production nicht ausschließlich über Carries definiert ist. Das hebt diese Free-Agency-Klasse klar von vielen Vorgängermärkten und auch von der gesamten Klasse 2026 ab, in denen die besten Optionen oft bereits ihren physischen Peak überschritten hatten.

Gleichzeitig entsteht daraus eine interessante Marktdynamik. Die hohe Qualität an der Spitze drückt den relativen Wert der mittleren und unteren Klassen, während Teams erstmals seit Jahren realistisch die Möglichkeit haben, über die Free Agency einen echten Difference Maker auf Running Back zu verpflichten, ohne zwingend in den Draft oder in Trades ausweichen zu müssen. Das verschiebt die RB-Free-Agency 2026 weg vom reinen Ergänzungsmarkt hin zu einem strategischen Hebel, insbesondere für Teams, die ihre Offense kurzfristig verändern oder entlasten wollen.

Der entscheidende Punkt bleibt dennoch die Einordnung: Auch diese außergewöhnlich starke Klasse ändert nichts an der ökonomischen Grundlogik der Position. Aber sie erweitert den Handlungsspielraum. Wer 2026 in der Lage ist, Rolle, Usage und Vertragsstruktur sauber zu definieren, findet im Running-Back-Markt nicht nur Tiefe, sondern echte Qualität auf Starter-Niveau.

Marktlogik & Archetypen – Running Backs Free Agency 2026

Um die Running-Back-Free-Agency 2026 sinnvoll einzuordnen, ist es entscheidend, die Position nicht über Namen oder Rohproduktion zu lesen, sondern über Usage, Effizienz und Belastungsprofile. Kaum eine Position in der NFL unterliegt stärkeren Abnutzungs- und Wertschwankungen als Running Back. Entsprechend funktioniert auch dieser Markt primär über Rollenpassung, nicht über Status.

Die verfügbaren Running Backs lassen sich 2026 in vier klar unterscheidbare Archetypen gliedern, die jeweils unterschiedliche offensive Probleme lösen und ebenso unterschiedliche Risiken mitbringen.

Early-Down / Volume Runner

Early-Down-Runner sind die klassischen Lastträger eines Backfields. Sie übernehmen einen Großteil der Carries auf frühen Downs, arbeiten überwiegend zwischen den Tackles und erzeugen ihren Wert über Wiederholung und physische Präsenz. Effizienz ist bei diesem Archetyp oft sekundär, solange Rhythmus und Verlässlichkeit gegeben sind.
• Tyler Allgeier
• Javonte Williams
• J.K. Dobbins
• Brian Robinson Jr.
• Isiah Pacheco
• Najee Harris
• Nick Chubb

Im Markt 2026 sind Volume-Runner sportlich weiterhin verwertbar, ökonomisch jedoch heikel. Ihr Marktwert fällt stark, sobald Volumen reduziert wird, und sie tragen das höchste Abnutzungs- und Verletzungsrisiko. Teams, die diesen Archetyp verpflichten, müssen ihre Rolle klar begrenzen, um einen schnellen Wertverlust zu vermeiden.

Explosive All-Purpose Backs

Explosive All-Purpose Backs gewinnen Yards nicht über Masse, sondern über Effizienz pro Touch. Sie können sowohl im Laufspiel als auch im Passing Game eingesetzt werden, profitieren von Outside-Runs, Screens und Matchups im offenen Feld. Ihr Einfluss zeigt sich in Big Plays und Raumgewinn, nicht in konstantem Carry-Volumen.

• Breece Hall
• Travis Etienne
• Kenneth Walker III
• Rico Dowdle
• Rachaad White

Dieser Archetyp ist 2026 besonders gefragt, weil er moderne Offenses flexibel ergänzt. Gleichzeitig ist er stark scheme-abhängig: Wird ein explosiver Back in eine reine Volume-Rolle gedrängt, sinkt seine Effizienz rapide. Sein Wert entsteht nur dort, wo Usage und Belastung sauber gesteuert werden.

Passing-Down / Space Backs

Passing-Down-Backs entfalten ihren Mehrwert primär im Passspiel. Sie agieren als Receiver aus dem Backfield, in Motion oder als Checkdown-Option und übernehmen zusätzlich wichtige Aufgaben in der Pass Protection. Targets sind für diesen Archetyp relevanter als Carries.

• Kenneth Gainwell
• Jerick McNichols
• Dare Ogunbowale
• Ty Chandler

Marktseitig werden Space Backs häufig unterschätzt, obwohl ihr Einfluss auf Drive-Stabilität und Quarterback-Entlastung erheblich ist. Besonders für strukturabhängige oder junge Quarterbacks sind sie ein wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Offense. Ihr sportlicher Floor ist vergleichsweise stabil, solange ihre Rolle klar definiert bleibt.

Committee- / Role Backs

Committee-Backs sind keine tragenden Säulen, sondern funktionale Ergänzungen. Sie übernehmen klar abgegrenzte Aufgaben, als Change-of-Pace-Runner, Short-Yardage-Option oder situativer Spezialist. Ihr Snap-Share ist begrenzt, ihr Nutzen jedoch häufig effizient.

• Jerome Ford
• A.J. Dillon
• Emari Demercado
• Chris Rodriguez Jr.
• Patrick Taylor
• Jaleel McLaughlin
• Tyler Badie
• Dameon Pierce
• Miles Sanders
• Khalil Herbert
• Kareem Hunt

In dieser Gruppe liegt der größte Sleeper-Value des Marktes. Da ihr Marktpreis niedrig ist und ihre Rollen klar umrissen sind, können sie bei richtiger Nutzung ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis liefern. Entscheidend ist, dass sie nicht über ihre funktionale Grenze hinaus eingesetzt werden.

Konkrete Spielerbetrachtung

Breece Hall

NFL Week 3 GREEN BAY, WI - OCTOBER 16: New York Jets running back Breece Hall 20 makes a catch during a game between the Green Bay Packers and the New York Jets at Lambeau Field on October 16, 2022 in Green Bay, WI. Photo by Larry Radloff/Icon Sportswire NFL, American Football Herren, USA OCT 16 Jets at Packers Icon2210160039
Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Regular Season Stats 2025

Breece Hall bestätigte auch 2025, dass er zu den komplettesten Running Backs der Liga gehört. Über die Regular Season kam er auf 243 Carries für 1.065 Rushing Yards und vier Rushing Touchdowns bei soliden 4,4 Yards pro Lauf. Noch entscheidender für seine Einordnung ist jedoch sein Beitrag im Passspiel: Hall fing 36 Pässe für 350 Yards und einen Touchdown bei insgesamt 48 Targets. Diese Zahlen wirken isoliert betrachtet nicht spektakulär, gewinnen aber im Kontext deutlich an Gewicht. Hall war erneut fest in die Passing-Game-Struktur eingebunden und kein bloßer Checkdown-Empfänger, sondern ein Running Back, der regelmäßig über geplante Routes und nicht nur über Notlösungen eingebunden wurde. Und wenn man in Betracht zieht, in welcher Offense er spielte und mit welchem QB, gewinnen diese Zahlen noch mehr an Bedeutung.

Karriereeinordnung

Karriereübergreifend ist genau das sein Alleinstellungsmerkmal. Hall ist kein klassischer Volume-Runner mit gelegentlichem Receiving-Anteil, sondern seit mehreren Jahren einer der meistgenutzten Pass-Catching-Backs der NFL. Bereits in den Jahren davor gehörte er ligaweit zur Spitzengruppe bei Targets, Catches und gelaufenen Routes unter Running Backs. Dieses Profil setzt sich 2025 fort, auch wenn die offensive Gesamtsituation nicht immer konstant war. Seine Fähigkeit, sowohl Rushing-Volumen zu tragen als auch im Passspiel echten Mehrwert zu liefern, macht ihn zu einem modernen Three-Down-Back im eigentlichen Sinn.

Ausblick für 2026

Mit Blick auf 2026 ist Hall deshalb nicht korrekt als reiner Early-Down- oder Workhorse-Runner zu lesen, sondern als Explosive All-Purpose Back mit Premium-Receiving-Value. Sein Marktwert entsteht aus der seltenen Kombination aus belastbarer Rushing-Basis und strukturellem Passspiel-Einsatz. Das Risiko liegt weniger in seiner Vielseitigkeit als vielmehr darin, ob ein neues Umfeld bereit ist, diesen Receiving-Anteil weiterhin bewusst zu nutzen. Dort, wo Hall nur auf Carries reduziert würde, ginge ein erheblicher Teil seines sportlichen Wertes verloren.

Teamfits: New Orleans Saints, Kansas City Chiefs

Javonte Williams

Regular Season Stats 2025

Javonte Williams erlebte 2025 sein statistisch stärkstes Jahr als NFL-Running-Back. In der Regular Season kam er auf 252 Carries für 1.201 Rushing Yards und 11 Touchdowns bei sehr effizienten 4,8 Yards pro Lauf. Ergänzt wurde diese Produktion durch 35 Receptions für 137 Yards im Passspiel. Damit lieferte Williams erstmals über eine komplette Saison hinweg sowohl Volumen als auch Effizienz und positionierte sich klar als tragfähige Lead-Option im Backfield.

Karriereeinordnung

Nach mehreren verletzungsgeprägten Jahren markiert diese Saison einen Wendepunkt in seiner Karriere. Williams war bereits früh für seine Contact-Balance und seine Fähigkeit bekannt, Yards nach dem ersten Kontakt zu generieren, konnte dieses Profil aber lange nicht über eine volle Spielzeit abrufen. 2025 zeigte er erstmals, dass er nicht nur physisch, sondern auch konditionell und strukturell in der Lage ist, eine hohe Last zu tragen. Sein Receiving-Anteil bleibt funktional und ergänzend, ohne ihn in die Kategorie der echten Space- oder Receiving-Backs zu heben, erfüllt aber genau die Rolle, die moderne Offenses von einem All-Purpose Back erwarten.

Ausblick für 2026

Für 2026 ist Williams damit einer der wertvollsten Running Backs auf dem Markt, weil er sowohl Volumen tragen als auch effizient produzieren kann. Sein sportlicher Wert ist eng an Usage und Umfeld gekoppelt: In einer Offense, die ihm klare Down- und Goal-Line-Rollen gibt, ist stabile Produktion sehr gut planbar. Das Risiko liegt weniger im Leistungsabfall als in der Belastungssteuerung. Wird Williams zu stark als klassischer Workhorse eingesetzt, steigt mittelfristig das Abnutzungsrisiko, das auf dieser Position unvermeidbar ist.

Teamfits: Dallas Cowboys, New York Jets, Jacksonville Jaguars

Travis Etienne Jr.

Mehrere Footballspieler trainieren auf einem Rasenplatz. Während ein Spieler im roten Trikot (#16) einen Football wirft, beobachten seine Teamkollegen – darunter Travis Etienne im blauen Trainingstrikot (#1) – aufmerksam. Im Hintergrund sind Bäume und Gebäude zu sehen. Diese Beschreibung wurde mit der FootballR KI automatisch generiert.
Foto: IMAGO / Imagn Images

Regular Season Stats 2025

Travis Etienne bestätigte 2025 erneut sein Profil als vielseitiger, explosiver All-Purpose Back. In 17 Regular-Season-Spielen sammelte er 260 Carries für 1.107 Rushing Yards und sieben Rushing Touchdowns bei 4,3 Yards pro Lauf. Hinzu kamen 36 Receptions für 292 Receiving Yards und bemerkenswerte sechs Receiving Touchdowns. Gerade diese Verteilung unterstreicht, dass Etiennes Wert nicht nur im Laufspiel liegt, sondern stark über seine Nutzung im Passing Game definiert ist.

Karriereeinordnung

Seit seinem Eintritt in die Liga zeichnet sich Etiennes Karriere durch genau diese Dualität aus. Er ist kein reiner Power-Runner, sondern ein Back, der über Geschwindigkeit, Raumgefühl und Route-Running im offenen Feld Wirkung entfaltet. Die 2025er Saison zeigt dabei eine klare Konstanz: Etienne produziert nicht nur in einzelnen Spikes, sondern über eine komplette Saison hinweg in beiden Spielphasen. Besonders seine Touchdown-Produktion als Receiver macht ihn zu einer echten taktischen Waffe, da er für Defenses schwerer zuzuordnen ist als klassische Inside-Runner.

Ausblick für 2026

Der Ausblick auf 2026 fällt entsprechend klar aus. Etienne ist ein Explosive All-Purpose Back, dessen Wert vor allem in der Vielseitigkeit liegt. Er ist weniger dafür geeignet, über reines Carry-Volumen definiert zu werden, sondern entfaltet seinen größten Nutzen dort, wo Backfields flexibel genutzt werden. Sein Risiko liegt nicht in mangelnder Produktivität, sondern in der Gefahr, zu eindimensional eingesetzt zu werden. Dort, wo Etienne auf ein reines Laufprofil reduziert würde, ginge ein wesentlicher Teil seines sportlichen Mehrwerts verloren.

Teamfits: Jacksonville Jaguars, Kansas City Chiefs

Kenneth Walker III

Kenneth Walker III von den Seattle Seahawks rennt mit dem Football, während zwei Verteidiger der New England Patriots versuchen, ihn während eines NFL-Spiels zu tackeln. Dabei zeigt er Fähigkeiten, die eines Super Bowl LX MVP-Anwärters würdig sind. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / UPI Photo

Regular Season Stats 2025

Kenneth Walker III blieb auch 2025 ein klarer Produktionsanker im Laufspiel. Über die Regular Season hinweg kam er auf etwas mehr als 1.000 Rushing Yards bei einer Effizienz im Bereich von rund 4,5 Yards pro Carry und unterstrich damit erneut seinen Wert als dynamischer Runner mit Big-Play-Fähigkeit. Seine Touchdown-Produktion bewegte sich im soliden Mittelfeld, während sein Anteil im Passspiel weiterhin überschaubar blieb und primär funktionalen Charakter hatte. Walker wurde nicht als oft Receiving-Back eingesetzt, sondern klar über das Laufspiel definiert.

Karriereeinordnung

In der Karrierebetrachtung bleibt Walker einer der explosivsten Runner seiner Klasse. Sein Spiel lebt von Burst, Richtungswechseln und der Fähigkeit, auch aus scheinbar neutralen Situationen Raum zu generieren. Gleichzeitig ist sein Profil klar abgegrenzt: Walker ist kein Back, der über hohe Target-Zahlen oder komplexe Passspiel-Rollen kommt, sondern einer, der Defenses horizontal und vertikal im Run Game stresst. Diese Klarheit macht ihn sportlich wertvoll, limitiert aber gleichzeitig seine Flexibilität im Vergleich zu All-Purpose-Profilen wie Hall oder Etienne.

Ausblick für 2026

Für 2026 ist Walker damit ein archetypischer Explosive Back, dessen Mehrwert aus Effizienz und Raumgewinn entsteht, nicht aus Vielseitigkeit. In einer Offense, die konsequent auf Run-Designs, Outside-Zone-Elemente und klare Reads setzt, kann er konstant hohe Produktionswerte liefern. Das Risiko liegt weniger in seiner Laufqualität als darin, dass sein Profil wenig Puffer bietet: Fällt die Effizienz, fehlt ein sekundärer Impact-Kanal über das Passspiel. Walker ist kein kompletter Back, aber ein sehr hochwertiger Spezialist.

Teamfits: Seattle Seahawks, Houston Texans

Tyler Allgeier

Regular Season Stats 2025

Tyler Allgeier spielte 2025 erneut eine produktive, wenn auch klar rollenspezifische Saison. Er sammelte über 1.000 Rushing Yards bei solider Effizienz, blieb jedoch in seiner Touchdown-Ausbeute und im Passspiel klar begrenzt. Seine Usage war eindeutig auf frühe Downs und physische Laufarbeit ausgerichtet, während seine Rolle im Passing Game marginal blieb. Dies alles kann aber auch daran liegen, dass er klar die Nummer zwei Hinter Bijan Robinson war. Wird er Leadback in einer Offense, ändert sich dies womöglich. Allgeier produzierte konstant, aber ohne die Explosivspitzen oder Vielseitigkeit anderer Top-Backs dieser Klasse.

Karriereeinordnung

Karriereübergreifend ist Allgeier ein Musterbeispiel für einen funktionalen Volume-Runner. Er gewinnt Yards nicht durch herausragende Athletik, sondern durch Geduld, saubere Reads und physische Robustheit. Seine Laufstileffizienz macht ihn zuverlässig, aber wenig spektakulär. Genau das hat seine NFL-Rolle geprägt: Allgeier ist kein Back, der ein Backfield dominiert, sondern einer, der Volumen tragen kann, wenn es verlangt wird, ohne das Spiel zu verändern.

Ausblick für 2026

Mit Blick auf 2026 ist Allgeier damit klar als Committee- bzw. Role-Back einzuordnen, der situativ auch größere Lasten schultern kann, aber nicht als Difference Maker gedacht ist. Sein sportlicher Wert liegt in Planbarkeit und Stabilität, nicht in Upside. Das Markt-Risiko ist gering, weil sein Profil klar definiert ist. Gleichzeitig ist sein Ceiling begrenzt: Dort, wo von ihm mehr als effiziente Laufarbeit erwartet wird, stößt sein Spiel schnell an strukturelle Grenzen.

Teamfits: New York Jets, Houston Texans

Kenneth Gainwell (Sleeper)

Regular Season Stats 2025

Kenneth Gainwell war 2025 kein volumetrischer Lead Back, entwickelte sich aber zu einem der effizienteren und vielseitigeren Role-Backs dieser Klasse. Seine Production verteilte sich ausgewogen zwischen Lauf- und Passspiel, wobei vor allem sein Einsatz als Receiver auffiel. Gainwell wurde regelmäßig im Passing Game eingebunden, agierte zuverlässig als Checkdown-Option und zeigte im offenen Feld eine Effizienz, die über seinen reinen Touch-Count hinaus Wirkung entfaltete. Seine Rushing-Usage blieb situativ, seine Wirkung entstand primär über Yards pro Touch, nicht über Volumen.

Karriereeinordnung

In der Karrierebetrachtung ist Gainwell ein typisches Beispiel für einen Back, dessen Wert lange unterschätzt wurde, weil er nie als klassischer Starter gelesen wurde. Seit seinem Eintritt in die Liga ist er konstant als Passing-Down-Option, in Two-Minute-Drills und in Spread-Looks eingesetzt worden. Seine Stärken liegen weniger in Power oder Explosivität durch Kontakt, sondern in Raumgefühl, Route-Timing und Ballsecurity. Genau diese Profile werden im Free-Agency-Markt häufig unterbewertet, weil sie sich nicht in klassischen Rushing-Totals widerspiegeln.

Ausblick für 2026

Mit Blick auf 2026 ist Gainwell deshalb ein klarer Sleeper. Nicht, weil er plötzlich das Profil eines Lead Backs hätte, sondern weil sein Skillset in modernen Offenses einen sehr konkreten Mehrwert liefert. Er ist kein Back, der ein Backfield tragen soll, aber einer, der ein Backfield funktional besser macht. Sein Marktwert dürfte überschaubar bleiben, sein sportlicher Nutzen dagegen stabil, solange er klar als Space- und Passing-Down-Back eingesetzt wird. Das Risiko ist gering, weil die Erwartungshaltung begrenzt ist und genau darin liegt sein Sleeper-Charakter.

Teamfits: Pittsburgh Steelers, Kansas City Chiefs

Fazit – eine außergewöhnlich starke RB-Free-Agency, aber kein Freibrief

Die Running-Back-Free-Agency 2026 gehört in ihrer Gesamtheit zu den bestbesetzten der letzten Jahre. Anders als in vielen vorherigen Offseasons erreichen mehrere Running Backs gleichzeitig den Markt, die nicht nur funktionale Rollenspieler sind, sondern nachweislich über komplette Saisons hinweg Produktion auf Starter-Niveau geliefert haben. Mit Profilen wie Breece Hall, Javonte Williams, Travis Etienne und Kenneth Walker III steht eine Spitze zur Verfügung, die sportlich deutlich über dem üblichen Free-Agent-Durchschnitt dieser Position liegt.

Auffällig ist dabei, dass diese Qualität nicht ausschließlich aus klassischen Volume-Backs besteht, sondern aus modernen All-Purpose-Profilen, die sowohl im Lauf- als auch im Passspiel Mehrwert erzeugen können. Gerade diese Vielseitigkeit hebt die Klasse 2026 von vielen Vorgängermärkten ab, in denen die besten verfügbaren Optionen oft bereits jenseits ihres produktiven Peaks waren oder nur eindimensional eingesetzt werden konnten.

Gleichzeitig ändert auch diese außergewöhnliche Tiefe nichts an der grundsätzlichen Marktlogik der Position. Running Back bleibt eine Rolle mit hoher Abnutzung, begrenzter Vertragsstabilität und starkem Abhängigkeitsverhältnis vom Usage-Plan. Der sportliche Wert dieser Klasse ist real, ihr ökonomischer Wert jedoch fragil. Teams, die versuchen, langfristige Lösungen oder überhöhte Volumen-Verträge aus dieser Free Agency zu ziehen, tragen weiterhin ein erhebliches Risiko.

Der Mehrwert der RB-Free-Agency 2026 liegt deshalb weniger im „Einkaufen von Stars“ als in der gezielten Allokation von Rollen. Wer Usage, Belastung und Spielstil sauber steuert, kann aus dieser Klasse kurzfristig erhebliche Offense-Verbesserungen generieren. Wer hingegen Namen, vergangene Yardage oder vermeintliche Workhorse-Profile überbewertet, läuft Gefahr, einen der dynamischsten, aber auch volatilsten Märkte der NFL falsch zu lesen.

In dieser Spannung zwischen außergewöhnlicher Qualität und struktureller Vorsicht liegt der Kern dieser Free-Agency-Klasse. Sie bietet echte sportliche Chancen, aber nur für jene, die bereit sind, Running Backs nicht als Statussymbol, sondern als präzise eingesetztes Werkzeug zu verstehen.

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Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

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