NFL Free Agency 2026: Gewinner und Verlierer

Fabian Weigl
Lesezeit: 19 Min.
Jaelan Phillips - Ein Footballspieler in einem grünen Philadelphia Eagles-Trikot mit der Nummer 50 läuft während eines Spiels gegen die Las Vegas Raiders über das Spielfeld und erinnert an den dynamischen Stil von Jaelan Phillips. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Die erste Welle der NFL Free Agency 2026 hat bereits klare Gewinner und Verlierer hervorgebracht. Manche Teams nutzten ihren Spielraum, um erkennbare Schwächen gezielt anzugehen, andere verloren zentrale Bausteine oder bewegten sich in einem Markt, der ihren Positionsgruppen kaum entgegenkam. Genau diese frühen Entscheidungen geben bereits jetzt einen guten Eindruck davon, wer mit mehr Substanz in die neue Saison geht — und wer sich zusätzliche Baustellen geschaffen hat.

Gewinner

Tennesse Titans

Die Tennessee Titans gehören zu den Gewinnern dieser Free Agency, weil ihre Offseason bislang eine klare Logik erkennen lässt: Sie haben ihren Cap Space nicht nur genutzt, sondern gezielt in die größten Schwachstellen eines jungen Teams investiert. Tennessee ging mit mehr als 92 Millionen Dollar an verfügbarem Cap Space in den Markt, also mit echter Handlungsfreiheit, und hat diese Freiheit aggressiv eingesetzt. Die Titans sind nach der ersten Welle mit rund 270 Millionen Dollar an vereinbartem Volumen direkt an der Spitze der Ausgaben, und genau das passt zum Gesamtbild: Tennessee wollte um Cam Ward herum nicht langsam wachsen, sondern den Kader sofort funktionsfähiger machen.

Am deutlichsten sieht man das auf der Offense. Wan’Dale Robinson kam auf einen Vierjahresvertrag über 78 Millionen Dollar und wird sofort zum wichtigsten Ziel für Ward, insbesondere im Slot und auf Third Down. Das ist mehr als nur ein Receiver-Upgrade, weil Tennessee damit bewusst einen Quarterback-freundlichen Spielertyp geholt hat: schnelle Separation, Arbeit in der Mitte des Feldes, verlässliche Targets überall auf dem Field. Dazu kommen Mitchell Trubisky als erfahrener Backup und Daniel Bellinger als weiterer Brian-Daboll-Vertrauter, was den Eindruck verstärkt, dass Tennessee nicht einfach Namen sammelt, sondern das neue offensive Umfeld mit klarer Systemlogik aufbaut. Auch Austin Schlottmann und Cordell Volson sind in diesem Zusammenhang wichtig, weil sie die Tiefe im Inneren der Offensive Line stabilisieren.

Mindestens ebenso überzeugend ist, was die Titans defensiv gemacht haben. John Franklin-Myers bringt mit drei Jahren und 63 Millionen Dollar sofort mehr Qualität und Durchschlagskraft an die Front, während der Trade für Jermaine Johnson II zeigt, dass Tennessee nicht nur Geld, sondern auch Kaderwerte aggressiv umschichtet. Gerade weil die Titans Arden Key verloren haben, war zusätzlicher Edge- und Front-Seven-Impact Pflicht. Hinzu kommen Alontae Taylor auf drei Jahre und 60 Millionen Dollar sowie Cordale Flott auf drei Jahre und 45 Millionen Dollar, also zwei klare Investitionen in eine Secondary, die mehr Athletik und Starter-Qualität braucht. Wenn man diese Namen zusammen liest erkennt man schnell, dass Tennessee nicht punktuell repariert, sondern mehrere Ebenen der Defense gleichzeitig angegriffen hat.

Genau deshalb sind die Titans ein Gewinner: nicht zwingend, weil jeder einzelne Vertrag ein Schnäppchen wäre, sondern weil der Plan schlüssig ist. Tennessee hat den jungen Quarterback mit Robinson, Bellinger und Veteranenstabilität abgesichert, zugleich aber auch die Defense mit Franklin-Myers, Jermaine Johnson II, Alontae Taylor und Cordale Flott spürbar aufgerüstet. Dass dabei Namen wie Arden Key, Lloyd Cushenberry oder Xavier Woods nicht den gleichen Hebel hatten wie die neu geholten Spieler, macht die Bilanz aus meiner Sicht noch klarer. Die Titans haben in kurzer Zeit mehr Talent, mehr Funktionalität und vor allem mehr Richtung in ihren Kader gebracht.

Carolina Panthers

Die Carolina Panthers gehören für mich zu den Gewinnern dieser Free Agency, weil ihre Offseason bislang eine klare Idee erkennen lässt: nicht hektisch Löcher stopfen, sondern gezielt die Identität der Defense aufwerten. Der auffälligste Move ist natürlich Jaelan Phillips. Carolina gab ihm einen Vierjahresvertrag über 120 Millionen Dollar, davon 80 Millionen. Die Panthers haben nicht einfach irgendeinen bekannten Namen bezahlt, sondern einen Spieler im besten Football-Alter, der echte Edge-Qualität mitbringt.

Noch wichtiger ist aber, dass Carolina nicht bei einem Splash-Move stehen geblieben ist. Mit Devin Lloyd kam ein weiterer defensiver Difference-Maker auf einem Dreijahresvertrag über 45 Millionen Dollar nach Charlotte, davon 25 Millionen garantiert. Lloyd kommt aus einer Pro-Bowl-Saison 2025, in der er 81 Tackles und fünf Interceptions hatte, darunter einen 99-Yard-Pick-Six. Genau solche Zahlen sind für relevant, weil sie zeigen, dass Carolina nicht nur in Traits investiert, sondern in aktuelle Produktion. Zusammen mit Phillips ergibt das kein loses Sammeln von Talenten, sondern eine erkennbare Strategie: mehr Athletik, mehr Reichweite, mehr Splash-Play-Potenzial auf der zweiten und dritten Ebene der Defense.

Dazu kommt, dass Carolina trotz der aggressiven Headliner nicht vollkommen den Überblick verloren hat. Neben Phillips und Lloyd wurde auch den Einjahresdeal für Kenny Pickett über 7,5 Millionen Dollar sowie interne Lösungen wie die Rückkehr von Robert Rochell, Isaiah Simmons und Akayleb Evans investiert. Das ist kein unwichtiger Nebenaspekt: Gute Free Agency besteht nicht nur aus Schlagzeilen, sondern auch daraus, dass ein Team seine Tiefe nicht komplett ausbluten lässt, während es an der Spitze investiert. Carolina hat bislang eher wie ein Team agiert, das bewusst an seiner Kaderstruktur arbeitet, statt blind Marktgeräuschen zu folgen.

Genau deshalb sehe ich die Panthers als Gewinner. Namen wie Jaelan Phillips und Devin Lloyd untermauern das Argument auf Star- und Starter-Niveau, während Pickett sowie die gehaltenen Rollenspieler zeigen, dass Carolina nicht nur laut, sondern auch funktional gearbeitet hat. Die Panthers haben ihre größte Schwäche, die defensive Durchschlagskraft, direkt adressiert und dabei zugleich mehrere Ebenen des Kaders stabilisiert. Für ein Team, das nicht einen einzigen finalen Superstar-Move brauchte, sondern sichtbare Substanzverbesserung, ist das für mich eine der überzeugenderen Free-Agency-Bilanzen der ersten Welle.

Tyler Linderbaum

Tyler Linderbaum gehört zu den klarsten Gewinnern dieser Free Agency, und zwar nicht nur individuell, sondern als Symbol für einen größeren Marktumschwung. Sein Deal mit den Raiders über drei Jahre und 81 Millionen Dollar bei 27 Millionen pro Jahr hat den Center-Markt nicht einfach nur leicht angehoben, sondern regelrecht gesprengt. Besonders wichtig ist dabei die Relation: Der bisherige Referenzpunkt bei den Centern lag bei Creed Humphrey und rund 18 Millionen pro Jahr. Linderbaum hat diese Marke also nicht knapp, sondern um etwa 50 Prozent nach oben verschoben.

Genau deshalb ist Linderbaum mehr als nur ein einzelner Gewinner mit großem Vertrag. Er steht für einen Reset des gesamten IOL-Markts, vor allem im Zentrum der Offensive Line. Jahrelang galt die Logik, dass Tackle und Receiver die Premiumpreise bekommen, während Center und viele Guards trotz hoher funktionaler Bedeutung klar darunter eingeordnet wurden. Linderbaums Vertrag verschiebt diese Wahrnehmung. Schon vor Free Agency wurde er als Top-3-Free-Agent der gesamten Klasse geführt und es war klar, dass ein Spieler seines Alters und Niveaus zwangsläufig zum höchstbezahlten Center der Liga werden würde. Dass daraus am Ende nicht nur ein Marktführer-, sondern ein Marktverzerrungs-Deal geworden ist, zeigt, wie stark Teams inzwischen den Wert von Kommunikation, Pass-Protection im Inneren und Run-Game-Stabilität gewichten.

Dass dieser Reset nicht isoliert passiert, sieht man auch an den übrigen Interior-Deals dieser ersten Welle. Weitere Verträge bei bei den Guards 2026 unter anderem David Edwards mit vier Jahren und 61 Millionen Dollar, Zion Johnson mit drei Jahren und 49,5 Millionen sowie Alijah Vera-Tucker mit drei Jahren und 42 Millionen stärken diesen EIndruck. Das sind starke Verträge, aber Linderbaum liegt selbst im Vergleich zu diesen Summen noch einmal deutlich darüber und hebt insbesondere den Center-Markt in eine neue Kategorie. Anders gesagt: Die Liga bezahlt Interior Offensive Line 2026 nicht mehr nur als notwendige Infrastruktur, sondern zunehmend als strategischen Kernbaustein. Linderbaum ist dabei der Extremfall, aber genau deshalb so wichtig. Er hat nicht nur seinen eigenen Markt maximiert, sondern die Preislogik für Elite-IOL insgesamt verändert.

Für die Raiders ist das zugleich logisch. Sie gingen mit viel Cap Space in die Offseason und wollten den Rahmen für ihren künftigen Quarterback absichern und Linderbaum ist das zentrale Fundament eines Neuaufbaus in Las Vegas. Für Linderbaum selbst ist das sportlich und ökonomisch nahezu das Best-Case-Szenario: Er verlässt Baltimore im besten Football-Alter, wird zum höchstbezahlten Center der Liga und verändert dabei die Referenzwerte für kommende Verhandlungen von anderen Premium-IOLs gleich mit. Genau deshalb ist er für mich nicht nur ein Gewinner dieser Free Agency, sondern einer der wichtigsten Gewinner des gesamten Offseasons.

Verlierer

Tampa Bay Buccanners

TAMPA, FL - JUN 15: Tampa Bay Buccaneers Wide Receiver Mike Evans (13) talks with Quarterback Baker Mayfield (6) talk as
Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Die Buccaneers gehören für mich zu den Verlierern dieser Free Agency, weil sie zwar mehrere kleinere Ergänzungen vorgenommen haben, gleichzeitig aber einen zentralen Bestandteil ihrer Offensive verloren haben, ohne diesen bislang adäquat zu ersetzen, Wide Receiver Mike Evans. Über mehr als ein Jahrzehnt war Evans nicht nur der produktivste Receiver der Franchise, sondern auch der strukturelle Fixpunkt des Passspiels. Seit seinem Eintritt in die Liga 2014 erreichte er in jeder Saison über 1.000 Receiving Yards und war besonders in der Red Zone einer der zuverlässigsten Targets der NFL. Genau diese Kombination aus Größe, physischer Präsenz und Contested-Catch-Fähigkeit machte ihn zu einem der schwierigsten Matchups für Defensive Backs.

Der Verlust von Evans wiegt besonders schwer, weil Tampa Bay gleichzeitig keine Verpflichtung vorgenommen hat, die diese Rolle unmittelbar ersetzen könnte. Stattdessen konzentrierten sich die Buccaneers bislang auf ergänzende Moves. Running Back Kenneth Gainwell kam auf einen Zwei-Jahres-Vertrag über rund 14 Millionen Dollar, Tight End Cade Otton wurde gehalten, und Linebacker Alex Anzalone verstärkt die Defense. Das sind sinnvolle Ergänzungen für Tiefe und Rotationsrollen, sie verändern jedoch nicht die grundlegende Struktur der Offense.

Für Quarterback Baker Mayfield ist dieser Abgang besonders relevant. Evans war über Jahre sein wichtigstes Target und eine zentrale Sicherheitsoption bei engen Coverage-Situationen. Ohne einen vergleichbaren Receiver muss Tampa Bay entweder hoffen, dass jüngere Spieler in größere Rollen hineinwachsen oder im Draft nach einem neuen WR1 suchen. Beide Optionen sind möglich, bedeuten aber kurzfristig Unsicherheit.

Genau deshalb sehe ich Tampa Bay als Verlierer dieser Free Agency. Das Team hat keinen katastrophalen Fehler gemacht, aber es hat einen der konstantesten Receiver der Liga verloren, ohne bislang eine klare Lösung für diese Lücke zu präsentieren. Namen wie Mike Evans auf der Abgangsseite und Kenneth Gainwell oder Alex Anzalone auf der Zugangsseite verdeutlichen das Problem: Tampa hat Tiefe hinzugewonnen, aber gleichzeitig einen Spieler verloren, der über Jahre die Identität der Offensive geprägt hat. Auch bleibt die Frage, warum Mike Evans nach so vielen Jahren nun doch geht und ob dies mit dem Halten von Todd Bowles als Head Coach zu tun hat.

Veteran-Running-Back-Markt

Der Veteran-Running-Back-Markt gehört trotz einzelner Ausreißer klar zu den Verlierern dieser Free Agency. Gerade das macht ihn analytisch interessant: Es gibt nicht kein, sondern sehr selektives Geld. Kenneth Walker III ist die große Ausnahme, nicht die Regel. Kansas City gab ihm einen Dreijahresvertrag über bis zu 45 Millionen Dollar, davon 28,7 Millionen garantiert, ein echter Premium-Deal, der seinen Wert als Difference-Maker bestätigt. Gleichzeitig zeigt schon der Umgang mit Breece Hall die andere Seite des Marktes: Ein Top-Back wurde nicht auf den offenen Markt gelassen, sondern von den Jets per Non-Exclusive Franchise Tag bei rund 14,3 Millionen Dollar kontrolliert. Das ist wichtig, weil es zeigt, dass Teams Elite-Talent entweder festhalten oder sehr gezielt bezahlen, aber eben nicht den ganzen Veteranenmarkt mitziehen.

Genau darunter wird es deutlich nüchterner. Tyler Allgeier kam nach Arizona für zwei Jahre und 12,25 Millionen Dollar, Rico Dowdle erhielt in Pittsburgh ebenfalls zwei Jahre und 12,25 Millionen Dollar, Kenneth Gainwell landete in Tampa Bay bei zwei Jahren und 14 Millionen Dollar. Das sind keine schlechten Verträge, aber sie zeigen ziemlich klar die Marktlogik: brauchbare bis gute Veteran-Backs werden bezahlt wie Ergänzungen oder Komitee-Lösungen, nicht wie offensive Säulen. Gerade Dowdle ist dafür ein gutes Beispiel, weil er aus einer 1.000-Yard-Saison kommt und trotzdem nur in diesem mittleren Vertragssegment landet. Allgeier wiederum war über Jahre einer der besseren RB2-Typen der Liga und bekam ebenfalls nur einen kompakten Zwei-Jahres-Deal. Das ist kein Crash, aber eben ein gedeckelter Markt.

Noch deutlicher wird das Bild, wenn man Alter und Verhandlungsmacht mitdenkt. Aaron Jones ist weiterhin ein produktiver Name, aber sein laufender Vertrag in Minnesota liegt bei zwei Jahren und 20 Millionen Dollar, für einen etablierten Veteranen ein solider, aber klar begrenzter Marktwert, der nun noch dazu erst mittels Paycut noch beim Team bleibt. Die Botschaft ist ziemlich eindeutig: Selbst gute, erfahrene Running Backs werden heute eher kurzfristig, vorsichtig und rollenbasiert bezahlt. Teams wollen Produktion, aber möglichst ohne langfristige Bindung. Dazu kommt, dass der freie Markt für viele Backs zusätzlich verengt ist, weil Vereine ihre besten Spieler entweder taggen, günstig intern ersetzen oder auf Rookie-Deals setzen.

Genau deshalb ist das Argument nicht, dass Running Backs 2026 gar keinen Markt hatten, der Punkt ist präziser: Der Veteran-Running-Back-Markt bleibt ein selektiver Markt mit harter Trennlinie. Walker kassiert als Ausnahme-Star, Hall wird lieber per Tag kontrolliert, und Namen wie Allgeier, Dowdle oder Gainwell landen trotz brauchbarer Profile in überschaubaren Zwei-Jahres-Strukturen. Für Veteranen auf dieser Position ist Free Agency damit weiterhin eher ein Markt der Begrenzung als einer echten Aufwertung.

Non-Elite Cornerback Market

Der Markt für Cornerbacks außerhalb der absoluten Spitze gehört zu den Verlierern dieser Free Agency. Nicht, weil gar kein Geld in die Position geflossen wäre, sondern weil die Verteilung sehr selektiv wirkt: Für klar gewünschte Starter mit sauberem Profil war Geld da, für den großen Mittelbau aber deutlich weniger. Genau diese Spreizung macht den Markt unattraktiv für gute, aber nicht unumstrittene Cornerbacks.

Man sieht diese Polarisierung sehr gut an den Deals selbst. Jaylen Watson bekam bei den Rams einen starken Vertrag über drei Jahre und 51 Millionen Dollar, davon 34 Millionen garantiert, das ist ein klares Signal, dass Teams bereit sind zu zahlen, wenn sie einen Corner als echten, verlässlichen Starter sehen. Auch Jamel Dean kam auf einen soliden Mehrjahresvertrag über drei Jahre und 36,75 Millionen Dollar bei den Steelers. Das sind gute Verträge, aber eben für Spieler, die entweder noch relativ jung sind oder ein klar definierbares Starterprofil mitbringen.

Der Druck entsteht im Mittelbau. Asante Samuel Jr., ein Name mit Starter-Erfahrung und eigentlich ordentlichem Marktprofil, musste sich mit nur einem Jahr und 4 Millionen Dollar zufriedengeben. Tariq Woolen bekam bei den Eagles zwar einen Deal mit „bis zu“ 15 Millionen Dollar, aber eben auch nur für ein Jahr, also klar einen Prove-it-Vertrag statt langfristiger Sicherheit. Das ist genau der Punkt: Selbst Spieler mit klarer NFL-Starter-Vergangenheit oder hohen physischen Tools wurden nicht automatisch langfristig bezahlt, sondern eher auf kurze, flexible Konstruktionen gedrückt.

Noch deutlicher wird das Bild, wenn man auf die offenen oder unklaren Fälle schaut. Roger McCreary wurde vor der Free Agency eher im Bereich von rund 6 Millionen Dollar pro Jahr projiziert, also klar unterhalb des Premiumsegments. Trevon Diggs wiederum ging mit deutlich gedämpfter Erwartung in den Markt; selbst vor Free Agency war die öffentliche Diskussion bereits davon geprägt, dass sein Wert nach schwankender Form und kurzer Packers-Station nicht mehr auf früherem All-Pro-Niveau liegt. Das spricht dafür, dass Teams bei Cornerbacks sehr stark zwischen „difference maker“ und „Scheme-/Value-Spieler“ trennen und die zweite Gruppe deutlich härter verhandelt wird.

Deshalb ist das Urteil nicht, dass der Cornerback-Markt insgesamt verloren hat. Die Elite oder zumindest die klar identifizierbaren Starter kamen durchaus gut weg. Verloren hat vielmehr die Non-Elite- oder Mid-Tier-Gruppe: also Cornerbacks, die spielen können, aber Fragen bei Konstanz, Rolle, Gesundheit oder Scheme-Fit mitbringen. Gerade dort zeigen die bisherigen Deals, dass Teams lieber kurze Verträge, geringe Garantien oder leistungsabhängige Konstruktionen wählen. Für einen analytischen Verlierer der Free Agency ist das ein starkes Argument, weil es keinen Einzelfall beschreibt, sondern einen klar erkennbaren Marktmechanismus.

THEMEN:
Teile den Artikel

Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Warte! Verpasse keine NFL News

Die aktuellsten Stories aus der NFL - nur für dich!

Lade aktuelle News...