Die Divisional Round ist kein Ort für Fehler und genau deshalb lebt sie von ihnen. Turnovers, Overtime, Blowouts und ein paar brutale letzte Minuten haben das Playoff-Feld weiter ausgedünnt. Wer hier weiterkommt, tut das nicht wegen seines Namens, sondern weil er im entscheidenden Moment weniger falsch macht als der Gegner.
Bills 30 – 33 Broncos
Denver, Empower Field at Mile High, 17. Januar 2026: Buffalo kommt in diese Divisional Round mit dem Rückenwind eines endlich gebrochenen Fluchs aus der Wild Card, und verlässt Colorado mit einem Gefühl, das in den Playoffs besonders grausam ist, nicht „wir waren chancenlos“, sondern „wir haben es selbst verschuldet“. Die Broncos gewinnen 33:30 nach Overtime, und die Art, wie dieses Spiel sich zusammensetzt, ist beinahe eine Fallstudie darüber, wie wenig es im Januar braucht, um einen Favoriten zu kippen: ein paar kurze Felder, ein paar verlorene Bälle, ein einziger Overtime-Moment, in dem ein tiefer Wurf zur falschen Zeit zum endgültigen Schnitt wird.
Dabei beginnt der Abend so, wie Buffalo ihn sich vorstellen kann: kontrolliert, physisch, mit dem Gefühl, dass der eigene Quarterback jederzeit die nächste Ebene zünden kann. Denver eröffnet zwar nach einem langen Drive mit einem 28-Yard-Field-Goal von Wil Lutz zum 3:0 (7:29 im ersten Viertel), aber Buffalo antwortet mit einem perfekten, langen Touchdown-Drive, der kurz vor Ende des Viertels die Statik verschiebt. Josh Allen findet Mecole Hardman Jr. aus vier Yards zum Touchdown bei 0:05, Matt Prater verwandelt, 7:3 Bills. Dass der Score so spät im Viertel fällt, ist ein psychologischer Stich: Buffalo nimmt Denver nicht nur Punkte, sondern Rhythmus.
Im zweiten Viertel dreht sich das Spiel dann in einer Sequenz, die Buffalo später wehtun muss, weil sie so klar ist. Denver findet erstmals die Endzone, Bo Nix trifft Frank Crum über sieben Yards (9:33), Lutz PAT, 10:7 Broncos. Buffalo antwortet zwar mit einem 33-Yard-Field-Goal von Prater zum 10:10 (2:13), doch die letzten Sekunden der Halbzeit gehören vollständig Denver: Nix trifft Lil’Jordan Humphrey zum 29-Yard-Touchdown (0:22), und als wäre das nicht genug, stellt Lutz mit einem 50-Yard-Field-Goal bei 0:00 auf 20:10. In weniger als drei Minuten Spielzeit kippt die Partie, dies muss auch Josh Allen durch seinen Fumble, der erst das Field Goal ermöglichte, angekreidet werden.
Das ist der Punkt, an dem viele Auswärtsteams anfangen, ihr Spiel zu überdrehen. Buffalo aber kommt im dritten Viertel mit genau der Sorte Antwort, die eine Playoff-Offense auszeichnet: nicht hektisch, sondern präzise. Denver erhöht zunächst durch ein weiteres Lutz-Field-Goal aus 33 Yards (11:35) auf 23:10, doch Buffalo bleibt dran und verkürzt über einen Allen-Touchdown-Pass auf Keon Coleman aus zehn Yards (6:49) auf 23:17. Das Spiel ist wieder offen und es fühlt sich wieder nach dem typischen Bills-Szenario an: Wenn Allen einmal Fahrt aufnimmt, kann ein Rückstand in zwei Drives verschwinden.
Im vierten Viertel wird daraus tatsächlich eine Bills-Führung. Buffalo startet stark: Allen findet Dalton Kincaid über 14 Yards zum Touchdown (13:24), 24:23 Bills. Und als Buffalo wenig später einen langen Drive „nur“ mit einem Field Goal abschließt, wirkt selbst das wie eine Bestätigung der Kontrolle: Prater trifft aus 31 Yards (4:11), 27:23. Buffalo ist jetzt in genau der Lage, die du in den Playoffs suchst: du führst spät, du zwingst den Gegner in die Pflicht, und du hast den Ball über lange Drives bewegt.
Was dieses Spiel jedoch anders macht als viele klassische Bills-Siege, ist die Tatsache, dass Denver immer wieder von Buffalos Fehlern lebt und Buffalo an diesem Abend eine Fehlerzahl produziert, die selbst ein Elite-Team kaum kompensieren kann. Am Ende sind es fünf Turnovers für Buffalo, gegenüber nur einem für Denver. Das ist kein Randdetail, das ist die Grundlage des gesamten Ergebnisses. Und es erklärt auch, warum Buffalo trotz 449 Total Yards und fast 41 Minuten Ballbesitz nicht gewinnt: Du kannst ein Spiel dominieren, aber wenn du den Ball abgibst, dominierst du nur die Illusion davon.
Denver nutzt die späte Gelegenheit dann eiskalt. Bo Nix führt einen Drive, der mit 55 Sekunden auf der Uhr in der Endzone endet: 26-Yard-Touchdown-Pass auf Marvin Mims Jr. (0:55), Lutz PAT, 30:27 Broncos. Plötzlich steht Buffalo vor der Frage, die im Januar jede Saison beenden kann: Findest du unter Maximaldruck noch einmal eine Antwort? Die Bills finden sie und zwar auf die brutalste Art für ein Heimteam: Prater trifft ein 50-Yard-Field-Goal bei 0:05 und zwingt die Partie in die Overtime. 30:30.
Damit beginnt der Teil des Spiels, der sich wie ein einziger, langer Atemzug anfühlt. Und er beginnt mit dem Moment, der Buffalo endgültig das Genick bricht: In Overtime wirft Josh Allen tief, und Nickelback Ja’Quan McMillian fängt den Pass ab. Das ist der Playoff-Moment, den man später nur noch als zu viel bezeichnet: zu viel Risiko, zu viel Vertrauen in den einen großen Wurf, in einer Phase, in der ein Field Goal oft schon das Ziel ist, wenngleich der Call der Refs nicht von jedem verstanden wird.
Was danach folgt, ist die letzte, chirurgische Sequenz eines Heimteams: Denver braucht keine Magie, nur Feldposition. Und Denver bekommt sie unter anderem durch eine 30-Yard-Pass-Interference-Strafe auf einen tiefen Wurf auf Marvin Mims Jr., die die Broncos weit in Field-Goal-Reichweite bringt. Bo Nix verletzt sich kurz vor dem Game-Winner schwer am rechten Knöchel: Er zog sich die Verletzung bei einem Keeper zu, wurde getackelt, humpelte, spielte aber weiter, brachte den Ball noch in Position und kniete schließlich zur Zentrierung ab.
Der Schluss ist dann fast schon mechanisch. Wil Lutz trifft in Overtime aus 23 Yards (4:44), 33:30 Broncos. Keine zweite Chance, keine Antwort, kein weiterer Drive. Denver steht im AFC Championship Game.
Wenn man dieses Spiel auf eine zentrale Wahrheit reduzieren will, dann ist es diese: Buffalo hatte das Spiel in der Hand. Zeitbesitz, Yards, First Downs, vieles spricht für die Bills. Aber Turnovers sprechen lauter, weil sie das Einzige sind, was in den Playoffs wirklich sofort die Richtung ändert. Und Denver war an diesem Abend das Team, das diese Geschenke nicht nur annahm, sondern in der Overtime den einen Moment erzwang, der alles beendet.
49ers 6 – 41 Seattle
Seattle, Lumen Field, 17. Januar 2026. Es dauert nur 13 Sekunden, bis klar wird, in welche Richtung dieses Playoff-Spiel laufen wird. Die Seattle Seahawks eröffnen ihre Divisional-Round-Partie gegen die San Francisco 49ers mit einem 95-Yard-Kickoff-Return-Touchdown durch Rashid Shaheed, und dieser erste Score ist nicht bloß ein Punkt, er ist der emotionale und strukturelle Türöffner zu einer dominanten Vorstellung, die in einem 41:6-Heimsieg mündet. San Francisco erzielt nur zwei Field Goals, und das Ergebnis ist nicht nur ein Blowout, sondern die bislang deutlichste Niederlage der 49ers in den Playoffs seit Jahrzehnten.
Die Seahawks waren in dieser Saison der #1-Seed der NFC, konnten sich über einen Bye-Week freihalten und kamen mit einer der strukturiertesten Defensiven und einer gut balancierten Offense in diese Runde. Es ist ein Team, das auf allen Ebenen funktioniert und das seine Identität sowohl im Laufspiel als auch im Passspiel gefunden hat und genau diese Identität zeigte sich von der ersten Minute an. In Seattle beginnt das Spiel nicht mit vorsichtigem Abtasten, sondern mit einem Statement: Shaheeds Return-Touchdown ist nicht bloß ein Spektakel, sondern ein Momentum-Shift, der sofort 7:0 für die Hausherren bedeutet. Der Kick-Return-Touchdown ist historisch, nicht nur für den Tag, sondern für die Franchise-Playoff-Statistik der Seahawks, die damit einen der schnellsten Scores in der Divisional Round produziert.
Nach diesem frühen Schlag findet Seattle sofort in einen Rhythmus, der San Francisco über das ganze Spiel hinweg überfordert. Ein Field Goal von Jason Myers baut die Führung schnell auf 10:0 aus und bevor das erste Viertel vorbei ist, erhöht Quarterback Sam Darnold, der trotz einer leichten Obliqueverletzung startete, mit einem 4-Yard-Touchdown-Pass auf Jaxon Smith-Njigba auf 17:0. Dieses frühe Polster ist nicht nur Ergebnis einzelner Spielzüge, sondern ein Spiegelbild der Balance, mit der Seattle den Ball bewegt: ein Mix aus Passspiel, das den Defense-Backs keine Ruhe lässt, und einem Laufspiel, das konstante First Downs erzeugt.
San Francisco reagiert zwar mit zwei Field Goals von Eddy Piñeiro, die das Scoreboard minimal anschreiben, doch diese drei Punkte sind zugleich der einzige Offensivbeitrag der 49ers in der ersten Hälfte gegen eine Defense, die Disziplin und Druck konstant hochhält. Die Niners setzen immer wieder Angriffe an, finden aber selten Rhythmus, weil Seattle früh blitzartig Druck erzeugt, Coverages optimal verteilt und die Räume für big plays konsequent verkleinert. Gegen Philadelphia nutzten sie in der Wild Card Runde die viele gegnerische Fehler, hier aber produziert San Francisco selbst zu wenige positive Statistiken und hat zu wenige Drives, die jenseits kurzer Gains für Gefahr sorgen.
Nach der Halbzeit baut Seattle seine Führung weiter aus, und ab dem dritten Viertel verliert dieses Divisional Game jegliche Illusion eines engen Wettbewerbs. Ein 10-Play-Drive, der zu einem weiteren Touchdown von Kenneth Walker III führt, setzt die Seahawks auf 27:6. Walker, dessen Name spätestens an diesem Nachmittag in mehreren Highlight-Clips auftaucht, zeigt dabei, wie tief und effizient Seattles Run-Game geworden ist: konstant positive Runs, situative Picks und effektive Schemes, die San Franciscos Defense vor immer neue Probleme stellen.
Spätestens mit dem dritten Touchdown von Walker im Schlussviertel (ein 6-Yard-Rush) ist der Blowout perfekt. Seattle führt 34:6, und während die Uhr langsam herunterläuft, ist klar, dass dieser Sieg kein vorübergehender Hot-Hand-Moment ist, sondern ein Statement über die Gesamtheit eines Teams, das sowohl defensiv als auch offensiv strukturell überlegen ist. Die Seahawks spielen wie ein Team, das vor wenigen Wochen noch Home-Field Advantage für einen möglichen Super Bowl als Ziel hatte und an diesem Abend bestätigen sie, warum dieser Advantage verdient ist.
Das statistische Bild dieses Spiels ist eindrucksvoll: Während Seattle mehr als vier Scores erzielt, verwaltet San Francisco gerade einmal zwei Field Goals. Die 49ers schaffen es nicht, den Ball tief in die gegnerische Hälfte zu bringen, und jedes Mal, wenn sie Gefahr andeuten, hat Seattle eine Antwort parat. Die Balance zwischen Lauf und Pass, die Tiefe der Scoring Drives und die defensive Disziplin lassen diesen Divisional-Round-Sieg weit über den bloßen Punktestand hinaus als dominierten Auftritt erscheinen.
Für Seattle bedeutet dieser Erfolg nicht nur der Einzug in die NFC Championship Game, sondern auch eine klare Botschaft: Dieser Run ist keine Überraschung, sondern Ausdruck eines Teams, das in seiner Franchise-Geschichte nach Jahren der Umbrüche wieder als vollständige Einheit auftritt. Für San Francisco endet damit eine Saison, die trotz überraschender Erfolge, etwa dem Wild-Card-Sieg in Philadelphia, an diesem Nachmittag abrupt und deutlich zu Ende geht.
Texans 16 – 28 Patriots
Foxborough, Gillette Stadium, 18. Januar 2026. An einem kalten, nassen Nachmittag, in dem Schnee und Regen das Spieltempo beeinflussten und Teil der Geschichte wurden, lieferten die New England Patriots eine der strukturiertesten Defensiv- und Ballkontroll-Leistungen der Saison ab und schlugen die Houston Texans mit 28:16 in der AFC Divisional Round. Es war ein Spiel, in dem sich Kontrolle, Fehler-Management und situative Effizienz in Punkten materialisierten und gleichzeitig zu einer historischen Saison für New England führten: Erstmals seit 2018 stehen die Patriots wieder im AFC Championship Game.
Die Partie begann so, wie sich Playoff-Football anfühlen soll: zäh, umkämpft und ohne frühes Absetzen. Die Patriots erzielten die ersten Punkte, als Quarterback Drake Maye einen strukturierten Drive mit einem 28-Yard-Touchdown-Pass auf DeMario Douglas vollendete. Mit dieser frühen 7:0-Führung wurde klar, dass New England die Partie dominieren, aber nicht unbedingt spektakulär entscheiden wollte.
Houston antwortete im ersten Viertel per 25-Yard-Field-Goal von Ka‘imi Fairbairn und hielt den Rückstand auf 7:3. Ein klassisches Playoff-Segment: kleine Fortschritte, minimale Fehler, und jeder Punkt fühlt sich an wie ein Besitzanspruch. Doch die entscheidende Phase war der zweite Abschnitt der ersten Halbzeit: Die Patriots erzwangen einen Interception-Touchdown durch Marcus Jones, der einen Stroud-Pass abfing und zum Score zurücktrug. Dieser Turnover brachte New England mit 14:10 in Führung und stellte die Richtung des Spiels endgültig um. Später im zweiten Viertel bauten die Patriots die Führung durch einen 7-Yard-Touchdown-Pass von Maye auf Stefon Diggs weiter aus.
Houston, das mit starken Verteidigungsleistungen bereits in den Playoffs aufgefallen war, blieb trotzdem im Spiel und das trotz einer ersten Halbzeit, in der Stroud bereits vier Interceptions geworfen hatte, was seine Effektivität massiv beeinträchtigte.
Nach der Halbzeit konnte Houston im dritten Viertel zwar mit zwei Field Goals wieder auf 21:16 verkürzen, 25 und 51 Yards durch Fairbairn, doch der erhoffte Momentum-Schub blieb aus, weil die Patriots defensiv weiter Druck erzeugten und Offense-Fehler minimierten.
Im vierten Viertel besiegelte New England die Partie mit einem weiteren Touchdown. Maye fand Kayshon Boutte tief in der Endzone für einen 32-Yard-Score, der den Vorsprung auf 28:16 vergrößerte und endgültig entscheidend wurde. Houston hatte zwar noch Gelegenheiten, doch die Patriots-Defense. unterstützt durch mehrere Turnovers und defensiv erzwungene Punts, ließ keine weiteren Punkte mehr zu.
Was diese Partie auszeichnete, war das Zusammenspiel von Patriots-Offense und -Defense in entscheidenden Momenten: New England erzielte drei Touchdowns, alle durch Maye-Pässe, während Houston trotz punktuellem Druck und Situations-Zählbares (Field Goals) letztlich zu wenige Big Plays machte und insbesondere in der ersten Hälfte durch Turnovers bestraft wurde.
Drake Maye, der am Ende 16 von 27 Pässen für 179 Yards und drei Touchdowns absolvierte, zeigte dabei die Mischung aus Ruhe und Präzision, die im Januar zählt. Gegen ihn standen die Texans mit ihrem Quarterback C.J. Stroud, der zwar Touchdowns erzielen konnte, letztlich aber vier Interceptions warf, ein statistischer Faktor, der sich in der Endabrechnung als entscheidend erwies.
New England kontrollierte zudem die Uhr und die Zeit des Spiels, blieb in Ballbesitzphasen länger, während Houston, trotz starker Verteidigungssequenzen, nie die Phase für einen echten Umschwung fand. Ein entscheidender Stop der Patriots-Defense in der Schlussphase verhinderte eine letzte Houston-Antwort, bevor die Uhr ablief.
Dieser 28:16-Erfolg führte die Patriots erstmals seit sieben Jahren wieder in ein AFC Championship Game, wo sie im AFC Championship Game gegen die Denver Broncos antreten würden, ein Reifezeichen für ein Team, das seine Identität in Kontrolle und situativer Dominanz gefunden hat.
Gleichzeitig markierte diese Niederlage für Houston die siebte Divisional-Round-Niederlage in der Franchise-Geschichte, ein weiterer bitterer Meilenstein in der Suche nach dem ersten Conference-Championship-Appearance.
Rams 20 – 17 Bears
Chicago, Soldier Field, 18. Januar 2026. Dieser Abend wurde zur Rarität: Ein Divisional-Round-Playoffspiel, das von Anfang bis Ende offen bleibt, und das erst in der Verlängerung entschieden wird. Die Los Angeles Rams gewinnen mit 20:17 gegen die Chicago Bears und ziehen damit ins NFC Championship Game ein, wo sie auf die Seattle Seahawks treffen. Was sich hier entspann, war kein Einbahnstraßen-Spiel, sondern ein Duell, in dem Momentum, kleine Entscheidungen und klare Nerven in engen Momenten den Ausschlag gaben.
Schon der erste Drive machte klar, was für ein Spiel an diesem Abend bevorstand. Die Bears begannen mit dem Ballbesitz, doch ihr erster Possession-Drive endete in einer Interception. Chicago-Quarterback Caleb Williams warf den Ball tief in Rams-Territorium, aber Rams-Cornerback Cobie Durant fing die Kugel. Dieses Momentum nutzten die Rams in weiterer Folge umgehend: über 14 Plays marschierten sie 85 Yards nach vorn, und Running Back Kyren Williams vollendete den Drive mit einem 4-Yard-Touchdown-Lauf – 7:0 Rams.
Doch Chicago antwortete prompt und selbstbewusst. Der nächste Bears-Drive endete mit einem 3-Yard-Touchdown-Pass von Caleb Williams auf DJ Moore on Fourth-and-Goal, womit Chicago auf 7:7 ausglich, ein frühes Indiz dafür, wie risikobereit dieser junge Quarterback in dieser Saison agierte. Die Bears hatten zuvor im Wild-Card-Spiel eine Serie historischer Comebacks hingelegt, und dieses frühe Signal setzte genau diesen Ton fort.
Das zweite Viertel blieb defensiv geprägt. Nachdem Chicago per 48-Yard-Field-Goal von Cairo Santos kurzzeitig mit 10:7 in Führung ging, glichen die Rams noch vor der Halbzeit auf 10:10 durch einen Field Goal-Kick von Harrison Mevis aus. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, beide Defenses neutralisierten große Raumgewinne, und die Partie entwickelte sich zu einem klassischen Playoff-Schachspiel.
Im dritten Viertel kam es zu keinen Punkten. weder die Rams noch die Bears fanden Wege, tiefer in die gegnerische Hälfte zu gelangen. Chicago musste dabei einen zweiten Pass von Williams hergeben, wieder war es Durant, der die Interception fing. Doch das Spiel blieb eng, und im Football-Kontext war es ein Hinweis darauf, wie sehr die Defensivreihen den Takt vorgaben.
Alles änderte sich im vierten Viertel. Die Rams orchestrierten einen langen, nachhaltigen Drive über 91 Yards, den Kyren Williams mit seinem zweiten Touchdown des Abends abschloss. Mit diesem Lauf, ein kurzer, konsequenter Abschluss eines methodischen Angriffs, gingen die Gäste mit 17:10 in Führung. Die Spannung blieb hoch, weil Chicago anschließend wieder Verantwortung übernahm und weiter versuchte, das Spiel für sich zu entscheiden.
Wie dramatisch American Football sein kann, zeigte sich in den Schlussminuten: Mit 27 Sekunden auf der Uhr, facing fourth-and-4 an der Rams’ 14-Yard-Line und einem Rückstand von sieben Punkten, schien Chicago zu scheitern. Aber Williams, unter massivem Pass Rush und bereits weit hinter der Line of Scrimmage, machte den vielleicht spielentscheidenden Wurf: Er fand Tight End Cole Kmet in der Endzone, und der Touchdown zum 17:17 war nicht nur spektakulär, sondern buchstäblich die letzte Chance der regulären Zeit. Die reguläre Uhr lief ab und die Freude im Stadion war greifbar.
In der Verlängerung geschah dann genau das, was in Playoffs oft der Fall ist: Die Teams geben sich gegenseitig keine weitreichenden Chancen, bis ein Moment alles entscheidet. Die Bears erzwangen zwar zunächst ein Three-and-Out gegen die Rams-Offense, aber im zweiten Possession-Drive war es Caleb Williams, der eine frühe Overtime-Pass-Interception warf, diesmal fing Rams-Safety Kamren Curl den Ball bei der Bears’ 48-Yard-Linie. Dieses Turnover drehte das Momentum schlagartig, denn Los Angeles konnte nun ohne Umwege in Field-Goal-Reichweite marschieren.
Nach zehn Plays und kurzer Feldposition war es Harrison Mevis, der das Spiel entschied: Ein 42-Yard-Field-Goal, das die Rams mit 20:17 in der Verlängerung zum Sieg führte. Dieser Kick war nicht nur ein Score, sondern die Klammer eines intensiven Duells, in dem wenige Yards, wenige Sekunden und ein einziger Fehler über Sieg und Niederlage entschieden.
Was dieses Spiel besonders macht, ist nicht bloß das Ergebnis, sondern die Art seines Verlaufs: ein defensives Messen über drei Viertel, zwei dramatische Wendungen in den Schlussminuten, und schließlich ein Turnover, das kein Monumentalbier war, sondern ein präziser, strukturierter, taktischer Angriff, der das Ergebnis unmittelbar beeinflusste. Für die Rams endet damit eine Divisional-Round-Reise, die sie zu einem NFC Championship Game gegen die Seahawks führt. Für die Bears endet eine Saison voller Höhepunkte, Comebacks, überraschende Siege und ein Spiel, in dem sie bis zur letzten Sekunde geglaubt haben, dass der Moment ihnen gehören könnte.


