Die Pittsburgh Steelers und Mike McCarthy haben eine mündliche Einigung erzielt: Der 62-Jährige wird der nächste Head Coach der Franchise. Das gab das Team am Samstag offiziell bekannt.
McCarthy war in der vergangenen Saison nicht in der NFL tätig, nachdem er von 2020 bis 2024 fünf Jahre lang als Head Coach der Dallas Cowboys gearbeitet hatte. Zuvor stand er von 2006 bis 2018 bei den Green Bay Packers an der Seitenlinie – inklusive des Super-Bowl-Siegs (XLV) ausgerechnet gegen die Steelers.
McCarthy wird damit erst der vierte Head Coach der Steelers seit 1969. Sein Vorgänger Mike Tomlin, der Pittsburgh 19 Jahre lang führte, war nach der Wild-Card-Niederlage gegen die Houston Texans zurückgetreten.
Für Mike McCarthy ist es zugleich eine Rückkehr in vertraute Umgebung: Der gebürtige Pittsburgher arbeitete bereits im Jahr 2000 bei den New Orleans Saints mit Steelers-General-Manager Omar Khan zusammen.
Im Rahmen der Trainersuche hatte Pittsburgh mehrere Kandidaten interviewt, darunter Brian Flores, Nathan Scheelhaase und Chris Shula.
Die Quarterback-Frage bleibt offen
Besonders spannend ist die Situation auf der Quarterback-Position. Aaron Rodgers, der unter McCarthy 13 Jahre lang in Green Bay spielte, war 2025 Starting Quarterback der Steelers, nachdem er im Juni einen Einjahresvertrag unterschrieben hatte.
Die Steelers sollen offen dafür sein, den inzwischen 42-jährigen Rodgers auch für die Saison 2026 zurückzuholen. Mehrere Spieler lobten bei den Exit-Meetings seine Führungsqualitäten in der Kabine.
Rodgers wird im März Unrestricted Free Agent. Aktuell stehen mit Mason Rudolph und Will Howard nur zwei Quarterbacks für die kommende Saison unter Vertrag.
Offense als Baustelle
Statistisch bringt McCarthy eine starke Offensiv-Vita mit: Während seiner Zeit in Green Bay rangierte die Packers-Offense laut TruMedia ligaweit auf Platz drei bei Touchdowns und auf Platz vier bei Total Yards.
Auch die Cowboys überzeugten unter McCarthy – sie belegten in diesen fünf Jahren Rang sechs bei Passing Yards und Platz zehn in der Offensive Success Rate.
Genau dort liegt eine der größten Herausforderungen in Pittsburgh: Seit 2023 stehen die Steelers laut Ben Baldwins Datenbank nur auf Rang 22 in EPA/play. Zudem wartet die Franchise seit 2017 auf einen Playoff-Sieg und verlor zuletzt sieben Postseason-Spiele in Folge.
McCarthy bringt insgesamt einen Regular-Season-Record von 174-112-2 sowie elf Playoff-Siege mit nach Pittsburgh – und soll nun helfen, die sportliche Wende einzuleiten.


