Der zweite Tag des NFL Scouting Combine 2026 in Indianapolis brachte spektakuläre Leistungen und neue Rekorde. Während am ersten Tag die Linebacker und Defensive Linemen für Aufsehen sorgten, standen am Freitag die Tight Ends und Defensive Backs im Mittelpunkt. Besonders die Tight-End-Klasse zeigte sich außergewöhnlich stark und könnte die Draft-Landschaft nachhaltig verändern. Hier ist eine detaillierte Analyse der wichtigsten Erkenntnisse vom zweiten Combine-Tag.
Tag 2
Die wichtigsten Erkenntnisse zu den Prospects
Sadiq setzt neue Maßstäbe
Kenyon Sadiq musste beim Combine eigentlich nichts mehr beweisen. Der dynamische Playmaker von Oregon galt bereits als Konsens-First-Round-Pick, und seine athletischen Fähigkeiten wurden nicht infrage gestellt. Dennoch schien niemand wirklich zu verstehen, wie außergewöhnlich er in dieser Hinsicht tatsächlich ist.
Sadiq startete sein On-Field-Workout, indem er kurzzeitig einen Combine-Rekord für Tight Ends mit einem 43,5-Zoll-Vertikalsprung einstellte. Seine Marke von 11 Fuß und 1 Zoll im Weitsprung verfehlte den bisherigen Positionsrekord nur um einen Zoll. Als ob das nicht schon genug Aufmerksamkeit erregt hätte, legte Sadiq mit einer 40-Yard-Zeit von 4,39 Sekunden nach – ein neuer Rekord für Tight Ends. Es gibt nicht viele 240-Pfund-Pass-Catcher, die sich so bewegen können.
Und dies ist keineswegs nur ein Beispiel für einen athletischen Tight End, der in den Trenches überfordert sein wird. Denn während Sadiqs Hauptwert in der NFL zweifellos als Receiver liegen wird, ist er auch mehr als fähig, sich als Blocker zu behaupten.
Dieses komplette Skill-Set, gepaart mit einem athletischen Profil, das unter den besten aller Zeiten auf dieser Position mit Vernon Davis konkurriert, könnte Sadiq zu einem Top-15-Pick machen. Die Chiefs, die noch auf eine Entscheidung über Travis Kelces Zukunft warten, stellen mit dem 9. Pick einen besonders spannenden Landing Spot dar.
Stowers schreibt Geschichte
Wie oben erwähnt, stellte Sadiq den Positionsrekord im Vertikalsprung nur vorübergehend ein. Eli Stowers ist der Grund, warum Sadiqs Anteil an der Spitzenposition so kurzlebig war. Der Tight End von Vanderbilt übertraf Sadiqs beeindruckende Marke mühelos mit einem atemberaubenden 45,5-Zoll-Vertikalsprung. Das ist nicht nur eine neue Bestmarke für die Position, sondern liegt auch nur einen halben Zoll unter dem Gesamt-Combine-Rekord, den Gerald Sensabaugh 2005 aufstellte.
Stowers‘ seltene Explosivität zeigte sich auch im Weitsprung, wo sein Sprung von 11 Fuß und 3 Zoll einen weiteren Tight-End-Rekord brach. Und eine 40-Yard-Zeit von 4,51 Sekunden ist für einen 239-Pfünder auch nicht schlecht.
Obwohl er wahrscheinlich ein Day-2-Prospect bleibt, machen diese einzigartigen athletischen Eigenschaften Stowers zu einem interessanten Spieler in einer tiefen Tight-End-Klasse. Nachdem er in den letzten beiden Saisons seiner College-Karriere 1.407 Yards und acht Touchdowns erzielt hat, könnte er ein produktiver Matchup-Spieler für ein Team werden, das ihn flexibel in der Formation einsetzen kann.
Thieneman auf dem Vormarsch
Dillon Thieneman brauchte keine herausragende Combine-Performance, um Hype für die erste Runde zu generieren. Mit relativ durchschnittlicher Größe (6 Fuß, 201 Pfund) für die Safety-Position war es jedoch immer schön, die Bestätigung zu bekommen, dass er ein Athlet auf hohem Niveau ist. Das Workout am Freitag erfüllte diese Erwartung nachdrücklich.
Der Star von Oregon stellte während der Defensive-Back-Drills ein spektakuläres athletisches Profil zusammen und erzielte eine 40-Yard-Zeit von 4,35 Sekunden sowie einen Vertikalsprung von 41 Zoll. Diese Art von Geschwindigkeit und Explosivität, kombiniert mit allem, was er im College auf Tape gebracht hat, könnte ihn zum zweiten Safety nach Caleb Downs machen – möglicherweise sogar als Top-20-Pick.
Noch ein Tag, noch ein Styles
Die Styles-Familie ist offensichtlich voller Elite-Athleten. Nachdem sein Bruder Sonny am Donnerstag beim Linebacker-Workout den Combine schockte, war es am Freitag Lorenzo Styles Jr.s Zeit, bei den Defensive Backs zu glänzen.
Der Safety von Ohio State galt im Vorfeld nicht als Top-Prospect, und das wird sich wahrscheinlich nicht allein aufgrund der athletischen Tests ändern. Aber seine 40-Yard-Zeit von 4,27 Sekunden – die beste unter allen Safeties seit 2003 – macht ihn zu einem Spieler, den man am Day 3 im Auge behalten sollte.
Diese Art von Elite-Geschwindigkeit könnte Styles letztendlich dabei helfen, sich zu einem weitreichenden Playmaker im hinteren Bereich zu entwickeln. Und wenn nichts anderes, wird ein Safety mit solchem Speed voraussichtlich ein langfristiger Impact-Spieler in den Special Teams sein.



