Rückblick auf das Championship Games Wochenende

Alexander R. Haidmayer
Lesezeit: 7 Min.
Championship Games - Sechs Footballspieler der Seattle Seahawks in blauen Trikots feiern gemeinsam in der Endzone, einige lächeln und halten die Arme hoch, während die grün-blau gekleidete Menge bei den Championship Games jubelt. Ein Spieler hält einen Football und schaut nach oben. Diese Beschreibung wurde mit der FootballR KI automatisch generiert.
Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Das war das Championship Games Wochenende! Unser Rückblick fasst die wichtigsten Entwicklungen des Spieltags zusammen und ordnet ihre Bedeutung für den weiteren Verlauf ein.

Sam Darnold überzeugte auf ganzer Linie

Für alle, die noch Zweifel hatten, ob Sam Darnold das Zeug zu einem Quarterback mit Championship-Format hat, war dieses Spiel der ultimative Gradmesser. Die Rams-Defense hatte ihm in drei direkten Duellen zuvor große Probleme bereitet – angefangen bei den letztjährigen Playoffs, als neun Sacks und zwei Turnovers das bittere Ende seiner Zeit bei den Vikings markierten. In der Regular Season kamen in zwei Spielen weitere sechs Interceptions hinzu. Chris Shula schien Darnold im Griff zu haben.

Dass Darnold nun ausgerechnet im größten Spiel seiner Karriere gegen die Rams explodierte, dürfte diese Narrative und viele weitere aus seiner schwierigen Jets-Zeit endgültig beerdigen. Er agierte hochkonzentriert, brachte 25 von 36 Pässen für 346 Yards und drei Touchdowns an – alle drei unter Druck. Seine 0,47 EPA pro Dropback (laut TruMedia) sind der bislang beste Wert eines Quarterbacks in diesen Playoffs.

Sam Darnold - Ein Football-Spieler mit einem grauen "CHAMPIONS"-Shirt und einer schwarzen "CONFERENCE CHAMPIONS"-Mütze lächelt und hebt eine Trophäe feierlich in die Höhe. Grünes und blaues Konfetti fällt, als die Seahawks im Sportstadion feiern. Diese Beschreibung wurde mit der FootballR KI automatisch generiert.
Foto: IMAGO / UPI Photo

Natürlich profitiert Darnold von einem kreativen Playcaller, einem Superstar-Receiver und einer der besten Defenses der Liga. Die Seahawks haben ein Umfeld geschaffen, in dem ein Quarterback erfolgreich sein kann. Aber eines ist klar: Ohne Darnold steht dieses Team nicht im Super Bowl. Und ja – dazu zählen auch all jene, die Seattles Quarterback-Wechsel im Sommer kritisch sahen.

Das Duell mit New England auf der größten Bühne des Sports gibt Darnold nun die Chance, seine Redemption Story perfekt abzurunden. Erinnern wir uns: Gegen die Patriots hatte er 2019 bei den Jets seinen berüchtigten „seeing ghosts“-Moment.

War das die große Chance der Rams?

Das Aus in Seattle ist ein schmerzhafter Schlusspunkt unter eine Playoff-Reise, die durchaus magisch hätte enden können. Mit Sean McVay an der Seitenlinie darf man hoffen, dass sich weitere Gelegenheiten ergeben. Doch ob das schon 2026 der Fall ist, bleibt offen.

Matthew Stafford will zwar weitermachen, doch kann man bei einem Quarterback, der im Februar 38 wird, erneut eine MVP-Saison erwarten? Und Verletzungen werden mit zunehmendem Alter nicht weniger.

Auch bei Davante Adams stellen sich Fragen. Als idealer Gegenpart zu Puka Nacua war er ein Schlüssel zu Staffords 46-Touchdown-Saison. Doch nimmt seine Rolle 2026 – im Alter von 34 Jahren – weiter ab?

Hinzu kommt möglicher Aderlass im Trainerstab: Mike LaFleur, Nate Scheelhaase und Chris Shula gelten allesamt als Head-Coach-Kandidaten. Jeder Abgang könnte Auswirkungen haben.

Die Rams gehören zu den besten Organisationen der Liga – gegen sie zu wetten wäre töricht. Aber wenn so vieles passt und man es dennoch nicht schafft, tut das besonders weh. Vielleicht war es die beste Chance dieses Kerns auf absehbare Zeit.

Schon wieder ein Special-Teams-Fehler

Die Special Teams spielten erneut eine entscheidende Rolle. Zwar bekam man Rashid Shaheed weitgehend in den Griff, doch andere Fehler waren kostspielig.

Im dritten Viertel rutschte Xavier Smith beim Punt-Return weg, der Ball sprang von seiner Schulter – Seattle eroberte ihn. Einen Spielzug später fand Darnold Jake Bobo zum Touchdown. Spielstand: 24:13.

Pech? Ja. Aber auch symptomatisch. Die Rams waren über Wochen eines der schwächsten Special-Teams-Teams der Liga. Seattle hingegen rangierte in der Regular Season auf Platz zwei in der Special-Teams-EPA. Der wahre Klassenprimus zeigte sich genau hier.

Kubiak beeindruckt nachhaltig

Klint Kubiak räumte letzte Zweifel an seiner Head-Coach-Tauglichkeit aus. Sein Offensivkonzept sezierte die Rams-Defense mit Variabilität und Kreativität.

Jaxon Smith-Njigba brillierte mit 10 Catches für 153 Yards und einem Touchdown, doch auch die Einbindung von Kenneth Walker (49 Receiving-Yards, drei First Downs) war entscheidend.

Nach dem mutigen Coaching-Wechsel von Mike Macdonald vor einem Jahr zahlt sich das Risiko voll aus. Kubiak dürfte in der Bye Week heiß begehrt sein.

Mayes Beine als X-Faktor

Der Passangriff der Patriots stockte erneut, doch Drake Maye machte mit seinen Beinen den Unterschied. Seine drei Scrambles für 57 Yards – allesamt First Downs – entsprachen 6,37 Scramble-EPA.

Hinzu kamen zwei entscheidende Design Runs: ein Touchdown vor der Halbzeit und ein Bootleg im Schlussviertel. Genau deshalb entwickelt sich die NFL immer mehr zur Liga der mobilen Quarterbacks.

Drake Maye - Ein Footballspieler in der Uniform und dem Helm der New England Patriots mit der Nummer 10 bereitet sich während eines verschneiten Super Bowl LX-Spiels auf die Ballabgabe vor. Es schneit heftig, während die Mannschaftskameraden in weißen Patriots-Uniformen hinter der intensiven Aktion verschwimmen. Diese Beschreibung wurde mit der FootballR KI automatisch generiert.
Foto: IMAGO / Imagn Images

Vrabels Defense liefert erneut

In den Playoffs hat sich das Kräfteverhältnis in New England verschoben. Die Defense ist nun der entscheidende Faktor.

Mit einer Blitz-Rate von 40,6 % (gegenüber 27,2 % in der Regular Season) setzte die Patriots-Defense auch gegen Denver massive Akzente: drei Sacks, acht Quarterback-Hits.

Gegen Seattle wartet im Super Bowl eine deutlich größere Herausforderung. Doch die Entwicklung dieser Einheit spricht dafür, dass sie auch dort konkurrenzfähig sein wird.

Ein Fehler kostet Denver alles

Jarrett Stidham startete vielversprechend, doch ein folgenschwerer Fehler vor der Halbzeit kippte das Spiel. Ein Hit beim Passversuch führte zu einem Fumble an der eigenen 12 – New England glich kurz darauf aus. Denver punktete danach nicht mehr.

Vielleicht hätte ein Field Goal geholfen. Vielleicht wäre es mit besserem Wetter anders gelaufen. Fakt ist: Die zweite Halbzeit (5 von 10 Pässen, 10 Yards, eine Interception) reichte nicht.

Trotzdem war es eine starke Saison für die Broncos. Mit Russell Wilsons Vertrag bald aus den Büchern könnte sich für Denver ein nachhaltiges Super-Bowl-Fenster öffnen.

Teile den Artikel
Dieser Badge zeichnet FootballR als Super Bowl akkreditiertes Medium und Alexander R. Haidmayer als Super Bowl akkreditierten Journalisten aus! Logo mit schwarzem Schild und silbernem Rand. Oben ist eine silberne Trophäe in Form eines Footballs abgebildet. Unter der Trophäe steht in Großbuchstaben, ebenfalls in Silber, „SUPER BOWL AKKREDITIERTES MEDIUM“. Diese Beschreibung wurde mit der FootballR KI automatisch generiert.

Alexander R. Haidmayer - Experte für Football und Gründer von FootballR.

Alexander Haidmayer ist ein angesehener Experte im Bereich Football und Gründer von FootballR, einer führenden Plattform für Footballnachrichten. Seit 2013 ist er mit Leidenschaft und Fachwissen in der Welt des Footballs tätig und hat sich einen Namen als Experte auf diesem Gebiet gemacht.

Neben seiner Rolle als Gründer und Eigentümer von FootballR ist Alexander R. Haidmayer seit 2006 auch als Mitarbeiter bei der renommierten Kleinen Zeitung tätig. Diese langjährige Erfahrung ermöglicht es ihm, fundierte Einblicke und exklusive Informationen aus der Footballwelt zu liefern.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert