Die Buffalo Bills haben Head Coach Sean McDermott entlassen. Das gab das Team am Montag offiziell bekannt. General Manager Brandon Beane bleibt der Organisation erhalten und wird die Suche nach dem nächsten Head Coach federführend begleiten.
„Sean hat in den vergangenen neun Jahren hervorragende Arbeit als Anführer unseres Football-Teams geleistet“, sagte Bills-Besitzer Terry Pegula in einem Statement.
„Aber ich habe das Gefühl, dass wir eine neue Struktur in unserer Führungsriege brauchen, um dieser Organisation die beste Chance zu geben, den nächsten Schritt zu machen. Das schulden wir unseren Spielern und der Bills Mafia.“
Pegula ergänzte, dass Brandon Beane künftig zusätzlich die Rolle des President of Football Operations übernehmen wird:
„Brandon wird alle Bereiche unseres Football-Betriebs verantworten, einschließlich der Aufsicht über den Trainerstab. Ich habe volles Vertrauen in seine Führungsqualitäten.“
Sean McDermott wurde 2017 als Head Coach verpflichtet. In neun Seasons kam der 51-Jährige auf eine Bilanz von 98 Siegen und 50 Niederlagen und führte Buffalo zu fünf AFC-East-Titeln.
Die Entlassung folgt auf die bittere 33:30-Niederlage nach Verlängerung gegen die Denver Broncos in der Divisional Round am Samstag. Zwar erreichten die Bills unter McDermott achtmal die Playoffs, der große Durchbruch mit einem Super-Bowl-Einzug blieb jedoch aus.
Buffalo glich die Partie kurz vor Ende der regulären Spielzeit mit einem 50-Yard-Field-Goal aus, blieb in der Overtime jedoch punktlos. Nach einem defensiven Stopp beim ersten Broncos-Ballbesitz marschierte Denver im zweiten Drive über das Feld und entschied das Spiel mit einem weiteren Field Goal.
Seit 2020 scheiterte das Team zudem zweimal im AFC Championship Game an den Kansas City Chiefs, zuletzt vergangenes Jahr mit 29:32.
Quarterback Josh Allen, 2018 an Position sieben gedraftet, wird nun mit seinem zweiten Head Coach in der NFL arbeiten. Obwohl der MVP der Saison 2024 gegen Denver Pässe für 283 Yards und drei Touchdowns warf, unterliefen ihm auch vier Turnovers – so viele wie nie zuvor in einem Playoff-Spiel.
Defensiv war Buffalo unter Sean McDermott eine feste Größe: Seit 2017 ließen die Bills ligaweit die wenigsten Yards pro Spiel (314,6) zu und rangieren laut Ben Baldwins Datenbank auf Platz drei in EPA/play.
Kritik gab es jedoch an der Kaderzusammenstellung in der Offense. Seit dem Trade von Stefon Diggs im Jahr 2024 gelang es Beane nicht, Allen konstant mit Top-Receivern auszustatten. In den vergangenen zwei Seasons überschritt kein Bills-Spieler die Marke von 830 Receiving Yards.
Spieler reagieren emotional auf das Aus für Sean McDermott
Mehrere Spieler der Bills äußerten sich nach Bekanntwerden der Entscheidung kritisch in den sozialen Medien. Von „bullshit“ bis „WTF“ war alles unter den Äußerungen der Spieler dabei.
Defensive Lineman Jordan Phillips bezeichnete die Entlassung auf Instagram als „stupid“ und schrieb:
„Der beste Coach, den ich je hatte.“
Auch Teamkollege DaQuan Jones zeigte wenig Verständnis:
„Macht keinen Sinn, aber ihr habt bekommen, was ihr wolltet.“
Linebacker Shaq Lawson betonte McDermotts Einfluss:
„Er hat die gesamte Kultur verändert.“
Damar Hamlin meldete sich ebenfalls zu Wort „💔💔💔“, dankte aber primär seinem Coach.
Selbst ehemalige Bills-Spieler meldeten sich zu Wort. Defensive Lineman Eli Ankou, der zwischen 2021 und 2024 mehrfach für Buffalo spielte, sprach von einem „Sündenbock-Manöver“:
„Ist das hier ein Wettbewerb im Fingerzeigen?“


