Die Indianapolis Colts haben Quarterback Anthony Richardson die Erlaubnis erteilt, nach Trade-Möglichkeiten zu suchen, wie ESPNs Stephen Holder berichtet.
Die Colts trafen sich am Donnerstag mit Richardsons Agent, und beide Seiten kamen zu dem Schluss, dass es am besten wäre, Trade-Optionen auszuloten, wie Quellen Cameron Wolfe vom NFL Network mitteilten. Zwischen den Minnesota Vikings und Richardson besteht gegenseitiges Interesse, fügt Wolfe hinzu.
Von der Hoffnung zum Ersatzspieler
Richardson wurde 2023 von den Colts an vierter Stelle gedraftet, verlor jedoch vor der Saison 2025 den Starterjob an Daniel Jones. Selbst nachdem Jones sich eine saisonbeendende Achillessehnenverletzung zugezogen hatte, konnte Richardson seine Rolle nicht zurückerobern. Grund dafür war ein Bruch der Augenhöhle, der eine Operation erforderlich machte. Die Verletzung erlitt er im Oktober, kehrte im Dezember ins Training zurück, schaffte es aber letztendlich nicht mehr aufs Spielfeld.
Richardsons langfristige Zukunft in Indianapolis war bereits in dieser Offseason unklar, da sich das Franchise Berichten zufolge darauf konzentrierte, Jones, der ein Free Agent werden sollte, mit einem mehrjährigen Vertrag zu verlängern. Jones belebte seine Karriere bei den Colts in der vergangenen Saison neu: Als Starter erzielte er eine Bilanz von 8-5 mit 3.101 Yards, 19 Touchdown-Pässen und acht Interceptions.
Talent trifft auf Inkonsistenz
Richardson wurde aufgrund seiner beeindruckenden physischen Voraussetzungen gedraftet, darunter seine Armstärke. Zeitweise galt er als der kommende Franchise-Quarterback von Indianapolis. Doch geplagt von Verletzungen und inkonsistenten Leistungen hat der Spieler aus Florida bisher nur 15 Spiele für die Colts als Starter bestritten.
Eine Gelenkverstauchung limitierte Richardson in seiner Rookie-Saison auf vier Spiele. In seinem zweiten Jahr setzte ihn Indianapolis kurzzeitig für zwei Partien auf die Bank, bevor er den Starterjob zurückbekam. In der darauffolgenden Saison verlor Richardson die Starterrolle dann an Jones, den die Colts in der vergangenen Offseason mit einem Einjahresvertrag verpflichtet hatten.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Obwohl Anthony Richardson mit seinem Raketenarm aufblitzen konnte – 2024 führte er die NFL mit durchschnittlich 14,4 Yards pro Completion an – bleibt seine größte Schwäche die Genauigkeit. Seit seinem Einstieg in die Liga hat er lediglich 50,6 % seiner Pässe angebracht. In seiner 11 Spiele dauernden Phase als Starter 2024 lag seine Completion Rate sogar nur bei 47,7 %. Zudem hat Richardson als Profi mehr Interceptions (13) als Touchdowns (11) geworfen.


