Die NFL hat die Compensatory Picks für den Draft 2026 bekannt gegeben – insgesamt 33 zusätzliche Draftpicks für 15 Teams. Für einige Franchises sind diese Extra-Auswahlen längst Teil der strategischen Kaderplanung geworden. Besonders Baltimore, Philadelphia und Pittsburgh zählen erneut zu den großen Gewinnern und erhalten jeweils die maximal möglichen vier Kompensationspicks.
Der NFL Draft 2026 findet vom 23. bis 25. April in Pittsburgh statt – und dank der zusätzlichen Picks könnte er für einige Teams noch spannender werden.
Wie Compensatory Picks entstehen
Die sogenannten Compensatory Draft Picks werden an Teams vergeben, die in der vorherigen Free-Agency-Phase mehr oder wertvollere Spieler verloren als verpflichtet haben.
Die Berechnung basiert auf einer geheimen Formel der NFL, die unter anderem berücksichtigt:
- Gehalt des Spielers
- Einsatzzeit
- individuelle Auszeichnungen
Teams können maximal vier Compensatory Picks pro Jahr erhalten. Die zusätzlichen Auswahlrechte werden zwischen Runde drei und sieben verteilt.
Neben den 32 regulären Kompensationspicks wurde ein 33. Sonderpick vergeben: Dieser geht ursprünglich an die Detroit Lions, deren ehemaliger Assistenztrainer von einem anderen Team als Head Coach oder Top-Manager verpflichtet wurde. Durch ein Förderprogramm für mehr Diversität in Führungspositionen erhalten die Lions dafür einen Extra-Pick in Runde drei. Dieser Pick wurde allerdings bereits an die Jacksonville Jaguars weitergetradet.
Die großen Gewinner
Drei Teams konnten sich die maximal möglichen vier Picks sichern:
Baltimore Ravens (4 Picks)
Die Ravens bleiben das Musterbeispiel für strategische Kaderplanung. Der Verlust mehrerer Spieler – darunter Malik Harrison, Patrick Mekari und Brandon Stephens – brachte ihnen vier zusätzliche Picks ein. Historisch gesehen sind sie ohnehin das erfolgreichste Team bei Compensatory Picks mit 64 seit 1994.
Philadelphia Eagles (4 Picks)
Die Eagles verloren unter anderem Josh Sweat und Milton Williams in der Free Agency. Da sie selbst kaum kompensationsrelevante Free Agents verpflichteten, erhalten sie gleich vier zusätzliche Auswahlrechte.
Pittsburgh Steelers (4 Picks)
Besonders schwer wiegt der Abgang mehrerer prominenter Spieler wie Russell Wilson, Najee Harris und Justin Fields. Für Pittsburgh gibt es dafür vier zusätzliche Picks – ein wichtiger Bonus, da der Draft 2026 auch noch in ihrer Heimatstadt stattfindet.
Weitere Teams mit mehreren Picks
Auch andere Teams konnten ihr Draftkapital deutlich erhöhen:
- San Francisco 49ers: 3 Picks
- Dallas Cowboys: 2 Picks
- Denver Broncos: 2 Picks
- Indianapolis Colts: 2 Picks
- Las Vegas Raiders: 2 Picks
- Los Angeles Rams: 2 Picks
- New York Jets: 2 Picks
Je einen Compensatory Pick erhalten außerdem:
- Detroit Lions
- Green Bay Packers
- Kansas City Chiefs
- Minnesota Vikings
- New Orleans Saints
Besonders wertvolle Picks in Runde drei
Die wertvollsten Compensatory Picks liegen traditionell in Runde drei, da dort häufig noch Spieler mit Starter-Potenzial verfügbar sind. Für 2026 gehen diese Picks an:
- Minnesota Vikings (Pick 97)
- Philadelphia Eagles (Pick 98)
- Pittsburgh Steelers (Pick 99)
- Jacksonville Jaguars (Pick 100, Sonderpick)
Ein strategisches Werkzeug im modernen Team-Building
Compensatory Picks haben sich in der NFL zu einem entscheidenden Instrument der Kaderplanung entwickelt. Teams wie Baltimore, Green Bay oder San Francisco kalkulieren Free-Agency-Verluste bewusst ein, um im Draft zusätzliche Chancen zu erhalten.
Mit Blick auf den Draft 2026 könnten genau diese Extra-Picks den Unterschied machen – denn zusätzliche Auswahlrechte bedeuten vor allem eines: mehr Möglichkeiten, den nächsten Star zu finden.



