NFL Draft 2026 – Die besten Cornerbacks im Draft

Wie McCoys starke Technik und Verletzungspause seine Draft-Chancen beeinflussen

Lesezeit: 88 Min.
Ein Footballspieler, der einen schwarzen Kapuzenpulli trägt, spricht während des NFL Scouting Combine an einem NFL-Mikrofon und hofft, die Scouts vor dem NFL Draft 2026 zu beeindrucken und in die Riege der besten Cornerbacks aufgenommen zu werden. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Jermod McCoy

College: Tennessee Volunteers
Alter: 20 Jahre (16. August 2005) | Größe: 6 ft 0 in (183 cm) | Gewicht: 193 lbs (88 kg)

2024 Statline

Games: 13 | Tackles: 37 | INT: 4 | Pass Breakups: 12 | Allowed Yards: 806 | Allowed TDs: 2 | Completion Rate Allowed: 53,2 %

Folge Cornerback

Spielerprofil

Jermod McCoy ist ein Cornerback-Prospect, dessen Profil vor allem deshalb so hochwertig wirkt, weil seine Projection nicht allein auf Tools basiert. Er bringt die Athletik, die Länge und die Bewegungsqualität für einen NFL-Outside-Corner mit, aber sein eigentlicher Wert entsteht aus der Verbindung von Mirror-Fähigkeit, Ball Skills, sauberer Fußarbeit und einer bemerkenswert ruhigen Spielweise in Coverage. McCoy spielt nicht wie ein Corner, der Reps ständig über Notfallathletik retten muss, sondern wie ein Verteidiger, der mit kontrollierten Füßen, guter Balance und klarer Routeverarbeitung arbeitet.

Was sein Profil zusätzlich interessant macht, ist die Spannung zwischen Floor und Ceiling. Einerseits sieht McCoy auf Tape bereits wie ein echter Boundary-Corner aus, der draußen auf einer Insel überleben kann. Tennessee führte ihn 2024 als Starter in allen 13 Spielen, Second-Team All-American und Thorpe-Semifinalisten. Andererseits fehlt ihm durch die verlorene 2025er Saison das zusätzliche Bestätigungsjahr, das viele Top-Cornerbacks vor dem Draft noch mitbringen. Genau deshalb ruht seine Projection stärker auf der Qualität des vorhandenen Materials als auf einer langen Folge elitärer College-Saisons. Dass sein Markt 2026 trotzdem klar im First-Round-Bereich bleibt, sagt viel darüber aus, wie stark das 2024er Tape im Ligakontext wahrgenommen wird.

Auch die statistische Grundlage seiner letzten gesunden Saison passt dazu. Tennessee führt offiziell 44 Tackles, 0.5 Tackles for Loss, vier Interceptions und 13 Passes Defended, davon neun Pass Breakups. Dazu kommt laut Tennessee nur ein zugelassener Touchdown in der Regular Season.

Stärken

  • Sehr hohe Qualität in Man Coverage

McCoys größte Stärke liegt in seiner Fähigkeit, Receiver isoliert spiegeln zu können, ohne dass seine Reps hektisch oder technisch unsauber wirken. Er spielt mit schnellen, kontrollierten Füßen und einer auffällig ruhigen oberen Körperhälfte. Das ist gerade auf Cornerback-Niveau ein echter Unterschied, weil viele College-Spieler zwar athletisch genug sind, aber im eigentlichen Routeverlauf zu viel Spannung verlieren oder zu früh ihre Hebel öffnen. McCoy bringt deutlich mehr Kontrolle mit.

  • Ball Skills mit echter Übertragbarkeit

Vier Interceptions und 13 Passes Defended in einer SEC-Saison sind nicht nur nominell stark, sondern auch funktional aussagekräftig. McCoy findet den Ball nicht zufällig. Er hat ein gutes Gefühl für Timing am Catch Point, attackiert Würfe aktiv und spielt den Ball mit der Sicherheit eines früheren Receivers. Tennessee betont, dass zwei seiner Picks direkt in der Endzone Touchdowns verhinderten.

  • Boundary-Profil mit echter NFL-Basis

McCoy bringt die strukturellen Voraussetzungen mit, um außen zu spielen. PFF nennt ihn mit 6 Fuß und 77-Inch-Wingspan ausdrücklich lang genug für einen NFL-Starting-Outside-Corner. Dazu kommt, dass sein Tape nicht nach einem künstlich geschützten Spezialrollenspieler aussieht. Er wirkt wie ein Corner, der vertikal tragen, am Catch Point mithalten und in Press oder softeren Alignments bestehen kann.

  • Sehr gutes Zusammenspiel aus Press-Fähigkeit und Bewegungsqualität

McCoy ist nicht nur ein guter Athlet, sondern ein Spieler, dessen Athletik funktional in seine Coverage eingebettet ist. Er kann pressen, ohne dabei steif zu werden, und er kann von engeren Alignments in vertikale Phasen übergehen, ohne sofort an Struktur zu verlieren. Er gewinnt nicht nur mit Händen oder nur mit Bewegung, sondern mit einer Kombination aus beidem. Seine besten Reps zeigen einen Corner, der frühe Routephasen kontrolliert und danach sauber connected bleibt.

  • Gute Augen für Zone und brauchbare Off-Coverage-Reaktion

McCoy wird oft zuerst über seine Man-Coverage beschrieben, aber sein Profil endet dort nicht. Tennessee spielte 2024 viel Cover 3, und seine Zone-Arbeit auf Deep-Third-Snaps sind ein klarer Pluspunkt. Er erkennt Konzepte relativ schnell, kommt gut zurück an den Ball und verarbeitet Quarterback-Verhalten ordentlich.

  • Wettbewerbsstärke und brauchbare Physis

McCoy spielt nicht passiv. Er sucht Kontakt, arbeitet durch den Catch Point und bringt genug Härte mit, um nicht wie ein reiner ästhetischer Cover-Corner zu wirken. Er ist kein elitärer Run-Defender, aber er zeigt, dass er außerhalb klassischer Coverage-Situationen funktional bleibt. Für einen Boundary-Corner ist genau das wichtig, weil es seine Projektion als vollständiger Starter stärkt.

Schwächen

  • Die medizinische Projektion bleibt der größte Unsicherheitsfaktor

Der offensichtlichste Vorbehalt in McCoys Profil ist nicht technisch, sondern medizinisch. Ein kompletter verlorener Herbst vor dem Draft ist gerade für Cornerbacks relevant, weil die Position stark über Reaktivität, Vertrauen in Richtungswechsel und explosive Übergänge lebt. Sein 2024er Tape ist stark genug, um ihn im frühen Bereich zu halten, aber die Frage, wie vollständig die athletische Rückkehr langfristig wirklich ist, bleibt legitim.

  • Press-Technik noch nicht völlig ausgereift

McCoy bringt klare Press-Anlagen mit, aber noch nicht jede Press-Rep sieht aus wie die eines fertigen High-End-Starters. Er hat die Füße und die Athletik, um Press zu spielen, aber noch nicht immer die technische Konsequenz, um den Release sofort sauber zu kontrollieren. In der NFL wird das gegen erfahrene Route-Runner und größere Wideouts noch härter geprüft werden.

  • Gegen größere, physische Receiver nicht unangreifbar

Ein Teil der offenen Projektionsfragen betrifft Matchups gegen kräftigere oder längere Receiver. NFL Draft Files beschreibt genau diesen Punkt und verweist darauf, dass größere Wideouts vertikal und am Catch Point Phasen gegen ihn gewinnen konnten. Das macht McCoy nicht zu einem schlechten Prospect, aber es zeigt, dass sein Profil nicht völlig matchup-proof ist. Gerade gegen Receiver, die ihn erst durch den Stem und dann körperlich am Ball stressen, wird seine Technik maximal belastet.

  • Run Support funktional, aber nicht konstant dominant

McCoy ist im Tackling brauchbar, aber sein Run-Support-Profil wirkt eher solide als besonders imposant. Das passt zum Tape-Eindruck: Er ist kein Corner, der Kontakt scheut, aber auch nicht der Typ, der jeden Run-Snap physisch kontrolliert oder konstant downhill diktiert. Für seine Rolle außen ist das kein Killer, begrenzt aber ein Stück weit die Vorstellung eines völlig kompletten Profils.

Talentprognose

Jermod McCoy bringt eines der überzeugendsten Cornerback-Profile des 2026er Jahrgangs mit. Sein Wert entsteht nicht aus reiner Projektion, sondern aus einer bereits sehr starken letzten gesunden Saison gegen hohes Competition-Level. Die Kombination aus Boundary-Tools, Ball Skills, Man-Coverage-Qualität und funktionaler Ruhe spricht klar für einen Spieler, der früh NFL-Starter-Snaps tragen kann: Das Tape ist stark genug, um trotz des verlorenen 2025er Jahres klar im frühen Bereich zu bleiben.

Sein Ceiling hängt fast vollständig daran, wie überzeugend die vollständige Rückkehr nach der Knieverletzung ausfällt und wie weit seine Press-Technik noch stabilisiert werden kann. Wenn diese Punkte positiv verlaufen, bringt McCoy das Profil eines sehr guten Starting Outside-Corners mit echter CB1-Upside mit. Wenn die medizinische Rückkehr oder einzelne Matchup-Fragen gegen größere Receiver stärker limitieren, bleibt immer noch ein hochwertiger Starter mit klar positiver Projektion wahrscheinlich. Die Ausgangsbasis ist in jedem Fall klar first-round-würdig.

Draft Grade: Top 10
Erwartete Draft Runde: Top 10

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Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

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