NFL Draft 2026 – Die besten Cornerbacks im Draft

Wie McCoys starke Technik und Verletzungspause seine Draft-Chancen beeinflussen

Lesezeit: 88 Min.
Ein Footballspieler, der einen schwarzen Kapuzenpulli trägt, spricht während des NFL Scouting Combine an einem NFL-Mikrofon und hofft, die Scouts vor dem NFL Draft 2026 zu beeindrucken und in die Riege der besten Cornerbacks aufgenommen zu werden. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / Icon Sportswire

Davison Igbinosun

College: Ohio State Buckeyes
Alter: 22 Jahre (11. April 2004) | Größe: 6 ft 2 in (188 cm) | Gewicht: 195 lbs (88 kg)

2025 Statline

Games: 14 | Tackles: 37 | INT: 2 | Pass Breakups: 8 | Allowed Yards: 207 | Allowed TDs: 0 | Completion Rate Allowed: 47,8 %

Folge Cornerback

Spielerprofil

Davison Igbinosun ist ein Cornerback-Prospect, dessen Profil vor allem über Länge, Physis und Boundary-Funktionalität interessant wird. Er spielt nicht wie ein Corner, der seinen Wert nur über offene Athletik oder vereinzelte Splash Plays erzeugt, sondern wie ein Verteidiger, der Reps früh stören, vertikal tragen und am Catch Point konstant unangenehm werden kann. Genau das macht seine Projection so spannend. Sein Tape zeigt keinen völlig sorgenfreien Modell-Corner, aber sehr klar einen NFL-tauglichen Outside-Defender mit echter Press-Man-Anlage, hoher Wettbewerbsstärke und einem Stil, der Offenses körperlich wie technisch stresst. 2025 war dabei sein bestes Jahr in Columbus: Ohio State führt 37 Tackles, acht Pass Breakups und zwei Interceptions, dazu kam First-Team All-Big Ten.

Was sein Profil besonders interessant macht, ist die Entwicklung seines Spiels. 2024 war er noch stark von Flags und inkonstanteren Reps geprägt, 2025 spielte er deutlich kontrollierter, ohne seine Härte zu verlieren. Er blieb physisch, wurde aber sauberer in seiner Technik und disziplinierter in seinen Kontaktphasen. Genau dadurch wirkt sein Tape 2025 deutlich übertragbarer auf die NFL als ein Jahr zuvor. Er ist kein fertiger Shutdown-Corner ohne offene Fragen, aber ein Spieler, dessen beste Reps sehr klar zeigen, warum Teams ihn als Boundary-Starter denken können.

Stärken

  • Sehr gute Press-Man-Anlage

Igbinosuns klarste Stärke ist die Art, wie früh er Reps beeinflussen kann. Er bringt Länge, aktive Hände und genug Kraft im Oberkörper mit, um Releases sichtbar zu stören und Timing-Routen früh aus der Struktur zu bringen. Genau dort liegt der Kern seines Spiels. Er will den Snap anfassen, nicht bloß reagieren. Wenn er den Release kontrolliert, sehen viele Reps bereits nach wenigen Schritten zu seinen Gunsten aus, weil er den Receiver in unangenehme Winkel zwingt und sich selbst bessere Hebel verschafft. Seine besten Press-Reps sind klar NFL-kompatibel.

  • Boundary-Profil mit echter NFL-Basis

Igbinosun sieht wie ein echter Outside-Corner aus und spielt auch so. Er bringt mit 6’2 und 195 Pfund den Rahmen mit, den Teams außen suchen, und ergänzt ihn durch funktionales Long Speed und Catch-Point-Präsenz. Gerade das unterscheidet ihn von vielen College-Corners, die eher nach Slot oder Spezialrolle aussehen. Bei ihm ist die Projection nach außen natürlich. Er kann vertikal tragen, an der Seitenlinie arbeiten und mit seiner Länge Wurffenster zusätzlich verengen.

  • Hohe Wettbewerbsstärke am Catch Point

Ein weiterer Pluspunkt ist seine Art, den Catch Point zu spielen. Igbinosun bleibt in Reps aktiv, arbeitet durch die Hände des Receivers und bringt genug Länge mit, um Würfe spät noch zu beeinflussen. Auch wenn seine 2025er Ballproduktion nicht absurd hoch war, zeigen die zwei Interceptions und die wiederholt gelobte Catch-Point-Physis, dass er keine passive Cover-Präsenz ist. Er zwingt Receiver oft dazu, den Ball durch Kontakt und enge Räume fertigzuspielen.

  • Deutlich verbesserte Disziplin 2025

Ein zentraler Punkt seines Profils ist die sichtbare Entwicklung. 2024 war er stark flaganfällig, 2025 wirkte sein Spiel wesentlich kontrollierter. Diese Verbesserung ist für seine Projection enorm wichtig, weil sie zeigt, dass er coachbar ist und technische Anpassungen umsetzen kann, ohne seine physischen Pluspunkte zu verlieren. Bei Cornerbacks mit aggressivem Stil ist genau dieser Schritt oft entscheidend: weniger unnötiger Kontakt, bessere Füße, sauberere Hände. Igbinosun hat diesen Sprung 2025 klar gemacht.

  • Bereitschaft im Run Support

Igbinosun ist kein Corner, der sich aus dem Run Game heraushält. Seine 53 Tackles und das generell physische Profil passen zu einem Spieler, der Screens, Perimeter-Runs und kurze Konzepte ernst nimmt. Er ist nicht bloß ein Cover-Spezialist, sondern ein Verteidiger, der den Kontakt annimmt und Outside-Plays mit beeinflussen kann. Das hebt seinen Floor als All-Down-Defender an.

  • Haltbarkeit und große Stichprobe

Ein weiterer Pluspunkt ist die Sample Size. Igbinosun hat erst bei Ole Miss und dann über drei Jahre bei Ohio State sehr viel Starting-Erfahrung gesammelt. Das ist für die Bewertung relevant, weil sein Profil nicht auf einem einzigen Ausreißerjahr auf kleinerer Stichprobe ruht. Er hat über Jahre viele Snaps auf hohem Niveau gespielt und 2025 sein bestes Football gezeigt. Diese Kombination aus Erfahrung und Aufwärtsentwicklung ist bei Cornerbacks wertvoll.

Schwächen

  • Öffnet die Hüften gegen shifty Receiver nicht immer ideal

So stark seine Press-Anlage ist, gegen sehr plötzliche Route-Runner und feinere Separatoren wird sichtbar, dass sein Spiel nicht völlig friktionsfrei ist. Mehrere aktuelle Reports beschreiben, dass seine Hüften in engeren Richtungswechseln etwas steifer wirken können und er aus dem Backpedal nicht immer sauber genug in die neue Phase kommt. Gerade gegen Receiver, die Stems gut variieren und abrupt breaken, wird seine Technik deshalb härter belastet. Das macht ihn nicht zu einem schlechten Man-Corner, begrenzt aber ein Stück weit sein Ceiling als universeller Mirror-Spieler.

  • Grab-Tendenzen sind nicht komplett verschwunden

Auch wenn 2025 klar sauberer war, bleibt sein Spielstil physisch und punktuell immer noch etwas grabby. Gerade in belasteten Reps, wenn der Receiver spät Raum gewinnt oder vertikal Stress erzeugt, greift Igbinosun eher zu Kontakt als es auf NFL-Niveau ideal ist. Das ist kein so großes Problem mehr wie 2024, aber es gehört weiter zu seiner Projektion. Teams müssen überzeugt sein, dass seine verbesserte Disziplin dauerhaft trägt und nicht nur eine Einjahreskorrektur war.

  • Balllokalisierung tief nicht immer sauber

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft seine Ballsuche in vertikalen Phasen. Wenn er mit dem Rücken zum Quarterback laufen muss, ist seine Balllokalisierung nicht immer so konstant wie bei den komplettesten Cornern der Klasse. Seine Länge und Physis helfen ihm oft genug, um Reps trotzdem konkurrenzfähig zu halten, aber die saubere tiefe Orientierung zum Ball bleibt ein Entwicklungsthema.

  • Teilweise zu aufrecht in der Transition

Igbinosun spielt aufrecht genug, dass er in einigen Reps beim Richtungswechsel Boden verliert. Das ist besonders dann sichtbar, wenn der Snap nicht früh durch Press-Kontrolle in seine Richtung kippt und er stärker aus Bewegung und Reaktion arbeiten muss. Seine Athletik hilft, Fehler zu kaschieren, aber das Tape zeigt, dass seine beste Version eher in strukturierteren Boundary-Situationen lebt als in jeder offenen Coverage-Form gleich stark zu sein.

Talentprognose

Davison Igbinosun bringt ein klar NFL-taugliches Boundary-Profil in den 2026er Draft mit. Sein Wert entsteht nicht aus makelloser Shutdown-Dominanz, sondern aus einer starken Mischung aus Länge, Physis, Press-Fähigkeit, Run-Support und einer sichtbaren technischen Entwicklung im letzten Jahr. Genau deshalb wirkt seine Projection insgesamt positiv. Teams, die einen physischen Outside-Corner mit echter Starteranlage suchen, werden in seinem Tape sehr viel finden, das sauber auf die NFL übertragbar aussieht.

Sein Ceiling hängt daran, wie stabil seine verbesserte Disziplin wirklich bleibt und wie weit sich seine Transition- und Balllokalisierungsprobleme noch glätten lassen. Wenn diese Punkte weiter sauberer werden, bringt er das Profil eines guten Starting Outside-Corners mit, der in der richtigen Struktur mehr als nur soliden Starterwert liefern kann. Bleiben die alten Grab-Tendenzen und die bewegungstechnischen Limits gegen shifty Receiver stärker sichtbar, ist immer noch ein wertvoller Boundary-Starter oder hochwertiger CB2 realistisch. Die Projektion bleibt insgesamt klar positiv.

Draft Grade: Third Round
Erwartete Draft Runde: Third Round

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Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

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