Der Deal ist offiziell durch: ESPN hat den Kauf von NFL Network und weiteren digitalen Assets der Liga finalisiert. Nachdem staatliche Regulierungsbehörden die Transaktion genehmigt haben, wurde der Abschluss am Samstagabend bekannt gegeben.
Liga und ESPN bestätigten den Deal in einer gemeinsamen Mitteilung, nachdem das US-Justizministerium sowie weitere nicht-amerikanische Kartellbehörden ihre Prüfungen abgeschlossen hatten.

ESPN übernimmt damit NFL Network, NFL Fantasy sowie die Rechte zur Verbreitung des RedZone-Kanals über Kabel- und Satellitenanbieter. Im Gegenzug erhält die NFL eine 10-Prozent-Beteiligung an ESPN.
In einer gemeinsamen Erklärung heißt es: „Mit dem Abschluss werden wir in den kommenden Monaten damit beginnen, NFL-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter in ESPN zu integrieren. NFL-Fans dürfen sich auf erweitertes NFL-Programm, besseren Zugang zum NFL Network, innovative Fantasy-Erlebnisse und eine beispiellose Berichterstattung über Amerikas beliebtesten Sport freuen.“
Änderungen für Zuschauer erst ab April
Für die Zuschauerinnen und Zuschauer sollen sich zunächst kaum spürbare Änderungen ergeben. Erst ab April werden die ersten sichtbaren Anpassungen erwartet – dann nämlich, wenn die Beschäftigten von NFL Media offiziell Teil von ESPN werden.
Das NFL Network (rund 50 Millionen Abonnenten) wird künftig auch im Direct-to-Consumer-Angebot von ESPN enthalten sein. Dieses Streaming-Produkt war im vergangenen August gestartet – kurz nachdem der Deal erstmals öffentlich gemacht worden war.
RedZone: Distribution bei ESPN! Produktion bleibt bei der NFL

Auch beim beliebten NFL RedZone kommt es zu einer Neuaufstellung: ESPN wird den Kanal künftig an Kabel- und Satellitenanbieter ausliefern. Die NFL bleibt aber Eigentümerin und wird den Kanal weiterhin besitzen, betreiben und produzieren – inklusive der digitalen Distribution.
Zusätzlich erhält ESPN die Rechte an der RedZone-Marke. Das könnte mittelfristig den Weg für neue Formate ebnen – etwa RedZone-Versionen für College Football, Basketball oder andere Sportarten.
Ein weiterer zentraler Punkt: NFL Fantasy Football wird mit ESPN Fantasy Football zusammengeführt. Damit hat ESPN künftig das offizielle Fantasy-Football-Spiel der NFL unter seinem Dach.
NFL Network bleibt Spiel-Partner
Trotz der Übernahme wird NFL Network weiterhin sieben Spiele pro Saison übertragen. Vier Spiele von ESPN – darunter auch Partien aus den überlappenden Monday-Night-Zeitfenstern – wechseln ins Programm von NFL Network. Außerdem wird ESPN drei zusätzliche Spiele lizenzieren, die ebenfalls bei NFL Network laufen sollen.
Internationale Spiele: NFL holt sich Rechte zurück
Die NFL hat sich im Zuge des Deals zudem die Rechte an vier internationalen Spielen zurückgeholt – diese sollen voraussichtlich neu ausgeschrieben werden.
Parallel diskutiert die Liga ein langfristiges Szenario: Sollte der Spielplan künftig auf 18 Regular-Season-Spiele erweitert werden, könnte jedes der 32 Teams pro Saison mindestens ein internationales Spiel bestreiten.
Diese Assets bleiben bei der NFL
Wichtig: Nicht alles wandert zu ESPN. Die Liga behält weiterhin die Kontrolle über zentrale Medien- und Content-Plattformen. Dazu zählen:
| Asset | Bleibt bei der NFL |
|---|---|
| NFL Films | Ja |
| NFL+ | Ja |
| NFL.com | Ja |
| Offizielle Websites der 32 Teams | Ja |
| NFL Podcast Network | Ja |
| NFL FAST Channel (kostenloser, werbefinanzierter Streaming-Kanal) | Ja |
Neue Eigentümerstruktur: ESPN mit NFL-Anteil
Mit Abschluss des Deals ergibt sich auch eine neue Eigentümerstruktur. ESPN gehört nun zu:
| Anteilseigner | Anteil |
|---|---|
| ABC Inc. (indirekte Tochter der Walt Disney Company) | 72% |
| Hearst | 18% |
| NFL | 10% |


