NFL Draft 2026 – Die besten Linebacker im Draft

Wie Sonny Styles mit Größe und Explosivität die Linebacker-Position neu definiert

Lesezeit: 96 Min.
Sonny Styles: Ein Football-Spieler in einem schwarzen Outfit mit der Nummer 25 sprintet während des NFL Scouting Combine 2026 auf einer Bahn, auf der Zeitmessgeräte aufgestellt sind. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / Imagn Images

Arvell Reese

College: Ohio State Buckeyes
Alter: 20 Jahre (30. August 2005) | Größe: 6 ft 4 1/8 in (194 cm) | Gewicht: 241 lbs (109 kg)

2025 Statline

Games: 14 | Tackles: 37 | TFL: 10,0 | Sacks: 8,0 | QB Hurries: 5 | Pass Breakups: 13

Folge Linebacker

Spielerprofil

Arvell Reese ist einer der faszinierendsten Defensivspieler des 2026er Jahrgangs, gerade weil sein Profil sich nicht sauber in eine traditionelle Schublade pressen lässt. Er ist nicht einfach nur ein klassischer Off-Ball-Linebacker, aber auch noch kein vollständig ausdefinierter Vollzeit-Edge. Vielmehr bringt er ein seltenes Hybridprofil mit, das auf Explosivität, Range, Länge, Gewalt im Kontakt und ungewöhnlicher Bewegungsfähigkeit für seine Statur basiert. Genau diese Mischung macht ihn zu einem der spannendsten Verteidiger der Klasse, aber auch zu einem Prospect, dessen Projektion stärker als bei konventionelleren Linebackern an Rollendefinition und Scheme Fit gebunden ist. Ohio State setzte ihn 2025 als vielseitige Waffe ein, und auch im Draftprozess wurde er regelmäßig als Spieler diskutiert, der sowohl als Linebacker als auch als Edge Value erzeugen kann.

Was Reese von vielen anderen Linebacker-Prospects trennt, ist die Kombination aus physischem Profil und Bewegungsqualität. Sein offizieller 4,46er 40-Yard-Dash bei 241 Pfund mit 1,58 Sekunden im 10-Yard-Split bestätigt das athletische Bild, das schon im Film sichtbar war: Reese deckt enorm viel Raum ab, kommt mit Wucht downhill und bringt Closing Speed mit, die auf Linebacker-Niveau klar aus dem Rahmen fällt. Gleichzeitig lebt sein Spiel nicht nur von roher Athletik. Er kann Blocks attackieren, hat echte Power im Oberkörper und spielt mit einer Härte, die ihn sowohl gegen den Lauf als auch als Blitzer oder Stand-up-Rusher gefährlich macht. Genau deshalb ist sein Ceiling so hoch. Reese ist nicht bloß ein Athlet, der zufällig Defense spielt, sondern ein Front-Seven-Talent, dessen Tools an mehreren Punkten des Spiels funktional werden.

Die offene Frage seines Profils liegt deshalb nicht in der fehlenden Explosivität oder in mangelnder Produktivität, sondern in der Präzision seiner NFL-Rolle. Diese Debatte ist nicht nebensächlich, sondern zentral. Sie entscheidet mit darüber, ob Reese früh als vielseitiger Defensive Chess Piece eingesetzt wird oder ob ein NFL-Team ihn schrittweise in eine klarere Hauptrolle überführt.

Stärken

  • Seltene Athletik mit echter Range und Closing Speed

Reeses größte Stärke ist das Bewegungsprofil. Er ist für seine Größe und Länge ein außergewöhnlich explosiver Spieler, der enorm viel Boden frisst und Plays in einer Reichweite beeinflussen kann, die viele Linebacker schlicht nicht haben. Seine Combine-Werte untermauern diesen Eindruck, noch wichtiger ist aber die funktionale Übersetzung auf Tape: Reese verfolgt Outside-Runs von hinten, schließt Fenster schnell in der Coverage und kommt aus der Verfolgung mit echter Gewalt zum Ball.

  • Gewaltiger Downhill-Spieler mit sehr guter Run-Defense-Basis

Reese bringt ein belastbares Fundament gegen den Lauf mit. Er spielt physisch, hat echte Play Strength und kann Blocks am Point of Attack kontrollieren, statt nur um sie herumzulaufen. Dabei ist wichtig, dass seine Physis nicht bloß aus Momentum entsteht. Er kann liniennahe Kontakte absorbieren, sich freiarbeiten und Ballträger mit Länge und Kraft sicher finishen. Mehrere 2026er Evaluierungen heben genau diesen Punkt hervor: Reese ist nicht nur athletisch, sondern als Run Defender bereits jetzt funktional, aggressiv und wirkungsvoll.

  • Echte Vielseitigkeit entlang der Front

Ein weiterer Kern seines Profils ist die Einsatzvielfalt. Reese kann off-ball spielen, aus verschiedenen Alignments blitzen, als Spy arbeiten und situativ auch an der Edge Druck erzeugen. Diese Vielseitigkeit ist kein künstlich aufgeblasenes Etikett, sondern wurde bereits bei Ohio State sichtbar eingesetzt. Für moderne NFL-Defenses ist das enorm wertvoll, weil Reese nicht nur ein reaktiver Second-Level-Verteidiger ist, sondern ein Spieler, mit dem sich Front-Strukturen und Druckbilder variabler bauen lassen. Gerade in einer Liga, in der Defenses ständig zwischen Base, Nickel und simulierter Pressure wechseln, hat ein solcher Spielertyp einen deutlich größeren taktischen Hebel als ein eindimensionaler Linebacker.

  • Hoher Motor und auffällige Verfolgungsintensität

Reese spielt mit spürbarer Energie. Er arbeitet Plays konsequent aus, jagt den Ball von der Backside und bringt eine Form von Daueraktivität mit, die bei Front-Seven-Spielern oft den Unterschied zwischen guten und wirklich einflussreichen Reps macht. Gerade bei einem Athleten mit seiner Reichweite verstärkt dieser Motor den Gesamteffekt zusätzlich: Reese ist nicht nur theoretisch schnell genug, um Plays zu erreichen, sondern nutzt diese Athletik auch mit konstanter Intensität.

  • Außergewöhnliches Ceiling durch Hybrid-Projection

Reese ist einer der wenigen Defensivspieler dieser Klasse, bei denen sich nachvollziehbar argumentieren lässt, dass ein Defensive Coordinator seine Struktur um bestimmte Teilfähigkeiten herum aufbauen kann. Das liegt nicht nur an der bisherigen Produktion, sondern an der Kombination aus Alter, Athletik, Länge und funktionaler Gewalt. Spieler mit diesem Profil sind selten, und genau deshalb ist seine Upside so attraktiv.

Schwächen

  • Noch keine vollständig ausgereifte Positionsidentität

Die größte Frage in Reeses Profil ist paradoxerweise ein Teil seiner größten Stärke: seine Vielseitigkeit. Sie macht ihn wertvoll, erschwert aber auch die eindeutige Projektion. Ein Spieler, der sowohl Linebacker- als auch Edge-Elemente mitbringt, kann auf NFL-Niveau schnell in einer Art Zwischenraum landen, wenn ein Team keine klare Vision für seine Nutzung hat. Reese wirkt aktuell eher wie ein Hybrid, dessen bester Einsatzkontext sauber designt werden muss, als wie ein Plug-and-Play-Linebacker, den man einfach in jede Defense stellen kann.

  • Coverage ist noch nicht durchgehend auf demselben Niveau wie seine Run- und Athletikbasis

So explosiv und raumgreifend Reese ist, so klar gibt es im Coverage-Bereich noch Entwicklungspunkte, seine Augen für Zone, sein Verhalten gegen Play-Action und die Konstanz seiner Raumwahrnehmung sind noch nicht vollständig ausgereift. Reese bringt die Tools mit, aber dieser Teil seines Spiels ist noch weniger stabil als sein physischer Run-Game-Impact.

  • Pass-Rush-Werkzeugkasten noch eher traits-basiert als voll entwickelt

Obwohl Reese als Blitzer und Hybrid-Rusher bereits echten Druck erzeugen kann, gilt auch hier: Seine Projektionskraft speist sich stärker aus Athletik, Burst und Gewalt im Kontakt als aus vollständig ausgereiftem Handwerk. Genau das macht die Diskussion interessant, ob er langfristig eher mehr Edge-Snaps sehen sollte oder nicht. Seine Production mit 6,5 Sacks ist stark, aber mehrere 2026er Evaluierungen sehen sein Pass-Rush-Repertoire noch im Aufbau, insbesondere wenn der erste Antritt oder der erste Kontakt nicht sofort gewinnt. Das begrenzt ihn im Moment noch etwas als vollwertigen Spezialisten, obwohl die Werkzeuge klar vorhanden sind.

  • Noch relativ kleine Starter-Sample-Size

Reese hat 2025 eine exzellente Saison gespielt, aber die wirklich dominante Phase seines Profils basiert in erster Linie auf einem Jahr als Vollzeit-Starter. Das bedeutet nicht, dass die Leistung weniger wert ist, wohl aber, dass die Langzeitstabilität seines Top-Niveaus weniger breit abgesichert ist als bei Prospects mit mehreren Saisons auf diesem Level. Gerade bei Spielern, die stark über Traits und Rollenvielfalt kommen, ist diese Frage relevant: Wie stabil bleibt die Wirkung, wenn die NFL ihn auf eine klarere Rolle festlegt und ihm die Offense jede Woche gezielt Antworten entgegenstellt? Diese Unsicherheit zerstört sein Profil nicht, gehört aber zur ehrlichen Gesamtbewertung dazu.

Talentprognose

Arvell Reese bringt eines der seltensten Linebacker-Profile des 2026er Jahrgangs mit. Sein Wert entsteht nicht aus einem einzigen Teilbereich, sondern aus der Kombination von Größe, Explosivität, Range, Physis, Verfolgungsgeschwindigkeit und der Möglichkeit, in unterschiedlichen Rollen innerhalb einer Defense Mehrwert zu liefern. Genau deshalb ist sein Ceiling so hoch. Reese ist nicht bloß ein guter College-Linebacker mit schöner Produktion, sondern ein Front-Seven-Talent mit echter Strukturwirkung, wenn ein NFL-Team seine Rolle sauber definiert. Die Auszeichnungen seiner 2025er Saison, seine Produktivität, seine athletischen Testwerte und seine Platzierung in aktuellen 2026er Rankings sprechen klar dafür, dass er als früher Difference-Maker gesehen wird.

Sein Ceiling hängt stark daran, wie gut ein NFL-Team die Balance zwischen Linebacker- und Edge-Elementen findet und wie schnell seine Coverage-Verarbeitung sowie sein Pass-Rush-Handwerk weiter reifen. Gelingt diese Entwicklung, hat Reese das Potenzial, ein echter Defensive Centerpiece zu werden, also mehr als nur ein guter Starter: ein Spieler, der über Range, Vielseitigkeit und Druckfähigkeit Spielpläne beeinflusst. Bleibt die Entwicklung in Coverage oder als technischer Rusher hinter der Athletik zurück, dürfte er trotzdem noch ein sehr wertvoller NFL-Verteidiger werden, nur eben eher als vielseitiger Impact-Starter mit Hybrid-Usage statt als vollständig dominanter All-Pro-Katalysator. Die Gesamtrichtung seiner Projektion bleibt dennoch klar positiv.

Draft Grade: Top 10
Erwartete Draft Runde: Top 10

Wie bewertest du Sonny Styles' Potenzial als NFL-Linebacker?
0 Stimmen

Teile den Artikel

Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert