NFL Draft 2026 – Die besten Linebacker im Draft

Wie Sonny Styles mit Größe und Explosivität die Linebacker-Position neu definiert

Lesezeit: 96 Min.
Sonny Styles: Ein Football-Spieler in einem schwarzen Outfit mit der Nummer 25 sprintet während des NFL Scouting Combine 2026 auf einer Bahn, auf der Zeitmessgeräte aufgestellt sind. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / Imagn Images

Sonny Styles

College: Ohio State Buckeyes
Alter: 21 Jahre (24. November 2004) | Größe: 6 ft 5 in (196 cm) | Gewicht: 243 lbs (110 kg)

2025 Statline

Games: 14 | Tackles: 71 | TFL: 6,5 | Sacks: 2,0 | QB Hurries: 12 | Pass Breakups: 3

Folge Linebacker

Spielerprofil

Sonny Styles ist einer der außergewöhnlichsten Linebacker-Prospects des 2026er Jahrgangs, gerade weil sein Profil nicht wie das eines klassischen Off-Ball-Linebackers wirkt. Er bringt eine seltene Verbindung aus Länge, Explosivität, Reichweite und positionsübergreifender Bewegung mit, die eher an einen Hybrid aus großem Safety, modernem Coverage-Linebacker und Front-Seven-Athleten erinnert als an einen traditionellen Box-Verteidiger. Genau das macht ihn so interessant. Styles spielt nicht wie ein Linebacker, der lediglich in die Position hineingewachsen ist, sondern wie ein Spieler, dessen ungewöhnlicher Hintergrund ihm echte Vorteile verschafft. Er begann seine Ohio-State-Karriere im Defensive-Back-Bereich, wurde dann dauerhaft zum Linebacker umgeschult und trägt diese Vergangenheit immer noch sichtbar in seinem Spiel. Das Ergebnis ist ein Verteidiger, der sich im Raum natürlicher bewegt als viele andere Prospects seiner Größe und dabei trotzdem genug Härte und Physis für die Arbeit gegen den Lauf mitbringt.

Was sein Profil besonders reizvoll macht, ist die funktionale Übersetzung seiner Athletik. Mit 4,46 im Forty, 43,5 Inches im Vertical und 11’2″ im Broad Jump hat er bei 243 Pfund ein außergewöhnliches Profil getestet, und genau diese Explosivität sieht man in seinem Spiel wieder: im Closing Burst, in seiner Reichweite in Zone Coverage, in der Fähigkeit, Passing Windows schnell zu schließen, und in seiner Arbeit aus Verfolgung. Dazu kommt, dass er 2025 nicht nur ein athletisches Projekt war, sondern ein produktiver, dekorierter Leader. Ohio State führte ihn als Team-Captain, Block-“O”-Träger und First-Team All-American.

Die eigentliche Spannung seines Profils liegt deshalb weniger in seinem Floor als in der Frage, wie hoch sein Ceiling als vollständiger NFL-Linebacker reicht. Styles bringt bereits jetzt eine sehr gute Grundlage als Drei-Down-Spieler mit, aber sein Spiel ist noch immer stärker von Bewegung, Reichweite, Coverage und Vorwärtsdynamik geprägt als von der totalen Kontrolle jeder klassischen MIKE-Linebacker-Aufgabe. Genau dort liegt die Projektion. Er wirkt wie ein Spieler, der sehr schnell ein guter NFL-Starter sein kann, dessen endgültige Höhe aber davon abhängt, wie weit sich seine Verarbeitung in den feineren Details des Positionsspiels noch entwickelt. Das Fundament dafür ist allerdings stark.

Stärken

  • Seltene Mischung aus Größe, Länge und Explosivität

Styles bringt eines der außergewöhnlichsten athletischen Grundgerüste der gesamten Klasse mit. Mit 6’5″ und 243 Pfund ist er bereits physisch auffällig, entscheidend ist aber, dass diese Größe nicht auf Kosten der Bewegungsqualität geht. Seine Testing-Werte sind für einen Linebacker dieses Formats elite-nah, und sie spiegeln sich auch im Spiel wider. Er frisst Raum mit langen Schritten, kommt explosiv downhill und hat die Reichweite, um auch Plays zu beeinflussen, die für andere Linebacker bereits verloren aussehen.

  • Sehr starkes Coverage-Profil für die Position

Der wertvollste Teil seines Spiels ist wahrscheinlich sein Verhalten im Passspiel. Styles bewegt sich in Zone sehr natürlich, hält die Augen gut auf dem Quarterback, scannt Räume sauber und kann aufgrund seiner Reichweite Fenster schnell schließen. Genau hier macht sich seine Vergangenheit als Safety besonders bemerkbar. Er wirkt in Coverage nicht wie ein athletischer Linebacker, der diesen Teil gerade so überlebt, sondern wie ein Verteidiger, der dort aktiv Mehrwert schafft.

  • Belastbare Run-Defense-Basis trotz ungewöhnlichem Profil

Styles ist nicht nur ein großer Space-Linebacker. Er bringt auch gegen den Lauf eine echte Basis mit. Seine Run-Defense-Grade von 87,8 zeigt, dass er in diesem Bereich längst nicht nur von seiner Athletik lebt. Er spielt mit Härte, kommt entschlossen downhill und bringt genug Kraft im Unterkörper mit, um gegen Puller, Lead Blocks und Kontakt im Verkehr stabil zu bleiben. Gerade bei so außergewöhnlichen Athleten gibt es oft die Sorge, dass ihr Spiel gegen den Lauf zu finesse-lastig bleibt. Bei Styles ist das nicht der Fall. Er wirkt dort physischer und belastbarer, als es sein Hintergrund zunächst vermuten lassen könnte.

  • Sehr hohes Tackling-Niveau

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Qualität seines Tacklings. 2025 steht er bei null Missed Tackles, was für einen Linebacker mit seinem Aufgabenprofil und seiner Reichweite bemerkenswert ist. Das spricht nicht nur für Technik, sondern auch für Kontrolle. Styles kommt nicht einfach nur explosiv an den Ball, sondern unter Kontrolle. Er nutzt Länge und Winkel sauber, verliert selten die Balance und beendet Plays verlässlich. Gerade weil er so viel Raum abdeckt, ist diese Stabilität ein massiver Werttreiber in seinem Profil.

  • Vielseitigkeit und Leadership

Styles bringt nicht nur spielerische, sondern auch strukturelle Qualität mit. Ohio State machte ihn 2025 zum Team-Captain und zeichnete ihn mit dem Block-“O” aus, was seine Rolle innerhalb des Programms sehr deutlich beschreibt. Dazu kommt seine funktionale Vielseitigkeit. Er kann aus unterschiedlichen Fronts heraus als Mike oder Will arbeiten, bleibt auf Passing Downs spielbar und bringt genug Bewegungsqualität mit, um gegen verschiedene Personnel-Gruppen auf dem Feld zu bleiben. Diese Kombination aus Führungsstärke, Erfahrung und vielseitigem Einsatzwert macht seine Projektion noch stabiler.

Schwächen

  • Nicht jede klassische MIKE-Linebacker-Aufgabe wirkt schon vollständig ausgereift

So modern und wertvoll sein Profil ist, es bleibt ein Unterschied zwischen einem außergewöhnlichen Coverage- und Range-Linebacker und einem komplett fertigen klassischen Defensivdirigenten in der Box. Styles bringt vieles davon bereits mit, aber sein Spiel ist noch immer spürbar stärker von Bewegung, Reichweite und Reaktion geprägt als von totaler Kontrolle jeder Strukturfrage am zweiten Level.

  • Pass-Rush-Wert eher ergänzend als zentral

Styles kann blitzen und bringt dafür das nötige Athletikprofil mit, aber dieser Teil seines Spiels ist nicht das Herzstück seiner Projektion. Die 2025er Daten zeigen 1,0 Sack und 11 Total Pressures, also brauchbaren Zusatzwert, aber kein Profil, das über echten Front-Seven-Druck definiert wird. Sein Spiel lebt deutlich stärker von Coverage, Range und Run Defense als von disruptiver Pass-Rush-Produktion.

  • Teilweise noch mehr außergewöhnlicher Athlet

Das klingt härter, als es gemeint ist, weil Styles schon jetzt ein sehr guter Spieler ist. Gemeint ist eher: Sein Profil bleibt in gewisser Weise noch im Wachstum. Er ist als Athlet und moderner Linebacker außergewöhnlich weit, aber noch nicht zwingend an dem Punkt, an dem jeder Teil des Positionsspiels dieselbe Selbstverständlichkeit hat wie seine Bewegung im Raum. Das ist für NFL-Teams eher Chance als Risiko, gehört aber zur sauberen Einordnung dazu.

  • Mehr hoher Floor plus hohes Ceiling als völlig risikolose Perfektion

Styles bringt eines der besten Gesamtprofile unter den Linebackern des Jahrgangs mit, aber auch bei ihm bleibt ein kleiner Unterschied zwischen herausragender Projektion und völlig fertigem Endprodukt. Die Athletik, das Coverage-Profil, die Tackling-Sicherheit und der Leadership-Wert sprechen extrem klar für ihn. Die letzte Frage ist eher, ob er „nur“ ein sehr guter, vielseitiger Three-Down-Starter wird oder ob er sich zu einem echten Pro-Bowl- und Scheme-verändernden Verteidiger entwickelt.

Talentprognose

Sonny Styles bringt eines der komplettesten und zugleich außergewöhnlichsten Linebacker-Profile des 2026er Jahrgangs mit. Sein Wert entsteht aus einer seltenen Kombination aus Größe, Reichweite, Explosivität, Coverage-Funktion, Tackling-Sicherheit, Run-Defense-Qualität und Leadership. Genau deshalb wirkt sein Floor sehr hoch. Er ist nicht nur ein faszinierender Athlet, sondern bereits jetzt ein belastbarer Football-Spieler mit klarer Three-Down-Projektion. Die 2025er Produktion, die Auszeichnungen bei Ohio State, die starken PFF-Werte und der historische Combine-Auftritt zeichnen gemeinsam das Bild eines Verteidigers, der in der NFL sehr früh funktional werden sollte.

Sein Ceiling hängt daran, wie weit sich seine ohnehin schon starke Linebacker-Verarbeitung noch in Richtung vollständiger Positionssouveränität entwickelt. Wenn dieser letzte Schritt gelingt, bringt er das Profil eines echten Difference-Makers mit, der nicht nur starterfähig ist, sondern durch Vielseitigkeit und Passspielwirkung eine Defense sichtbar prägen kann. Bleibt er in manchen klassischen Box-Details etwas roher, dürfte er trotzdem ein sehr wertvoller NFL-Starter werden.

Draft Grade: Top 10
Erwartete Draft Runde: Top 10

Wie bewertest du Sonny Styles' Potenzial als NFL-Linebacker?
0 Stimmen

Teile den Artikel

Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert