NFL Draft 2026 – Die besten Linebacker im Draft

Wie Sonny Styles mit Größe und Explosivität die Linebacker-Position neu definiert

Lesezeit: 96 Min.
Sonny Styles: Ein Football-Spieler in einem schwarzen Outfit mit der Nummer 25 sprintet während des NFL Scouting Combine 2026 auf einer Bahn, auf der Zeitmessgeräte aufgestellt sind. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / Imagn Images

Josiah Trotter

College: Missouri Tigers
Alter: 21 Jahre (15. April 2005) | Größe: 6 ft 2 in (188 cm) | Gewicht: 237 lbs (108 kg)

2025 Statline

Games: 12 | Tackles: 58 | TFL: 13,0 | Sacks: 3,0 | QB Hurries: 7 | Pass Breakups: 0

Folge Linebacker

Spielerprofil

Josiah Trotter ist einer der klassischeren, aber genau deshalb auch gut lesbaren Linebacker-Prospects des 2026er Jahrgangs. Sein Profil lebt nicht primär von hybrider Rollenvielfalt, seltenem Raumspiel oder ungewöhnlicher Athletik, sondern von Physis, Diagnose, Downhill-Triggern und einer sehr klaren Arbeit gegen den Lauf. Er wirkt nicht wie ein Verteidiger, der erst über spektakuläre Traits erklärt werden muss, sondern wie ein echter Box-Linebacker, dessen Wert aus Struktur, Härte und funktionaler Kontrolle entsteht. In einer Klasse mit mehreren modernen Space- oder Hybrid-Linebackern hebt sich Trotter stärker über klassische Linebacker-Tugenden ab: schnelles Lesen, konsequentes Attackieren freier Gaps und eine spürbare Präsenz im Verkehr.

Was sein Profil besonders stabil macht, ist die Geschwindigkeit, mit der er bereits Wirkung auf höherem Niveau erzeugt hat. Nach der verletzungsbedingt verlorenen 2023er Saison legte er 2024 ein starkes erstes volles Jahr hin, wechselte anschließend nach Missouri und wurde dort sofort zum produktiven Starter im Zentrum der Defense. Die 2025er Saison mit 84 Tackles, 13 Tackles for Loss, 2 Sacks und 7 QB Hurries beschreibt keinen reinen Cleanup-Linebacker, sondern einen Verteidiger, der regelmäßig früh am Play ist und negative Aktionen erzwingt. Dazu passt auch sein Usage-Profil: Trotter war nicht nur Tackling-Volumen, sondern ein echter Downhill-Spieler mit klarer Wirkung an und nahe der Line of Scrimmage.

Die eigentliche Spannung seines Profils liegt deshalb weniger im Floor als im Ceiling. Trotter bringt ein sauberes NFL-Fundament mit, aber seine Projektion hängt stark daran, wie weit sein Passspielprofil und seine Gesamtverarbeitung in komplexeren Situationen noch wachsen. Einzuordnen ist er klar als ein draftbarer NFL-Linebacker mit Day-Two- bis Day-Three-Relevanz, aber nicht zwingend als universeller Raumverteidiger ohne erkennbare Grenzen. Genau dort liegt der Kern seiner Bewertung: sehr belastbar gegen den Lauf, klar NFL-fähig als physischer Inside-Linebacker, aber noch nicht komplett genug, um als völlig sorgenfreier Drei-Down-Linebacker ganz oben im Jahrgang zu stehen.

Stärken

  • Physischer Downhill-Linebacker mit klarer Run-Defense-Identität

Trotters größte Stärke ist seine Arbeit gegen den Lauf. Er liest früh, kommt entschlossen downhill und spielt mit einer physischen Direktheit, die auf der Position sofort auffällt. Die 13 Tackles for Loss in 12 Spielen unterstreichen genau diesen Punkt: Er ist nicht bloß jemand, der Läufe spät beendet, sondern ein Verteidiger, der sie aktiv vor dem zweiten Level stören kann. Sein Spiel wirkt dabei nicht chaotisch, sondern zielgerichtet. Er gewinnt viele Reps, weil er Situationen früh genug erkennt, sauber in freie Räume tritt und dann mit ausreichender Kontaktstärke durchzieht.

  • Gute Processing-Basis im Box-Spiel

Ein weiterer Pluspunkt ist seine Verarbeitungsqualität in jenen Situationen, in denen das Play klar vor ihm bleibt. Dort wirkt Trotter reif, kontrolliert und sehr natürlich. Er spielt wie ein Verteidiger, der Blocking-Strukturen versteht und sich in klassischer Linebacker-Arbeit wohlfühlt. Genau diese Art von Processing hebt ihn von reinen Traits-Profilen ab. Er muss nicht erst über Athletik viele Fehler kaschieren, weil seine Augen und seine Reaktion gegen das Spiel nach vorne bereits ziemlich belastbar wirken. Das macht ihn im Kern zu einem sehr brauchbaren Inside-Linebacker-Profil für frühe Downs und Box-nahe Arbeit.

  • Zusatzwert als Blitzer

Trotter ist nicht nur ein Run-Stopper. Die 7 QB Hurries und 2 Sacks zeigen, dass seine Vorwärtsdynamik auch dann Wert hat, wenn man ihn aktiv nach vorne schickt. Er ist kein Hybrid-Rusher im eigentlichen Sinn, aber er bringt genug Timing, Härte und Downhill-Power mit, um aus Second-Level-Blitzes spürbare Wirkung zu erzeugen. Gerade in Defenses, die über situativen Druck arbeiten, erhöht dieser Zusatzwert seine Attraktivität deutlich. Er muss nicht auf eine einzige Spielphase reduziert werden, sondern kann auch in Passing Downs spezifisch eingebunden werden.

  • Reife, belastbare Spielweise trotz noch junger Karriere

Obwohl Trotter noch jung ist und insgesamt nicht dieselbe lange Top-Level-Starter-Historie wie manche andere Prospects mitbringt, wirkt sein Spiel bereits bemerkenswert erwachsen. Er übernimmt Verantwortung im Zentrum der Defense, spielt kontrolliert und bringt ein Profil mit, das sich nicht instabil oder roh anfühlt. Der schnelle Übergang von West Virginia zu Missouri ohne erkennbaren Wirkungsverlust spricht ebenfalls dafür, dass sein Spielstil tragfähig ist und nicht nur in einem spezifischen Kontext funktionierte.

  • Klassisches NFL-Frame für eine Inside-Linebacker-Rolle

Mit 6’2″ und 237 Pfund bringt Trotter ein sauberes Format für eine traditionelle Inside-Linebacker-Projektion mit. Er ist weder undersized noch ein Positionshybrid, dessen Körperbau die Rolle von vornherein verkompliziert. In Verbindung mit seiner physischen Spielweise ergibt das ein Profil, das gerade in Box-nahen Aufgaben natürlich wirkt. Er sieht aus wie ein echter Inside-Linebacker, und er spielt auch entsprechend. Das mag heute weniger spektakulär wirken als manche Hybrid-Profile, ist für viele NFL-Teams aber weiterhin hoch relevant.

Schwächen

  • Coverage ist aktuell der klarste Schwachpunkt

Der größte Entwicklungsbereich in Trotters Profil liegt im Passspiel. Sein Wert entsteht klar stärker gegen den Lauf und in downhill-orientierten Situationen als in offener Raumverteidigung. Das ist keine kleine Randnotiz, sondern die zentrale Frage seines Ceilings. In einer NFL, die Linebacker permanent über Play-Action, Route-Konflikte und athletische Matchups stresst, reicht Run Defense allein nicht aus. Trotter bringt zwar genug Beweglichkeit mit, um nicht völlig limitiert zu wirken, aber sein Passspielprofil ist aktuell noch nicht auf demselben Niveau wie seine Box-Arbeit. Genau dort wird sich entscheiden, ob er eher ein guter Rollenspieler oder ein vollständiger Starter wird.

  • Play Recognition in komplexeren Situationen noch nicht komplett

Eng damit verbunden ist, dass seine Verarbeitungsstärke aktuell deutlich klarer in klassischen Box-Situationen sichtbar wird als in komplexeren Konfliktmomenten. Sobald Offenses ihn stärker mit Täuschungen, späteren Entwicklungen oder anspruchsvolleren Raumaufgaben beschäftigen, wirkt sein Profil weniger stabil. Das bedeutet nicht, dass ihm Instinkte fehlen. Es bedeutet eher, dass seine besten Instinkte bislang vor allem in geradlinigeren Situationen sichtbar werden. Für die höchste NFL-Ebene braucht es hier noch mehr Konstanz.

  • Scheme-Fit enger als bei den vielseitigsten Linebackern der Klasse

Trotter bringt ein klares NFL-Profil mit, aber kein völlig universelles. Sein bester Wert liegt in Rollen, in denen er physisch nach vorne arbeiten, Läufe lesen und als Box-Linebacker Struktur geben kann. Je stärker eine Defense von ihrem Linebacker freie Raumarbeit, permanente Coverage-Belastung und flexible Matchup-Aufgaben verlangt, desto enger wird seine ideale Projektion. Das macht ihn nicht unattraktiv, aber etwas stärker schemegebunden als die komplettesten Space-Linebacker des Jahrgangs.

  • Noch relativ kleines Sample als High-Level-Starter

Trotter hat bereits genug gezeigt, um klar als NFL-Prospect ernst genommen zu werden, aber sein hochklassiges Starter-Sample ist noch kompakter als bei manchen anderen Linebackern der Klasse. Gerade bei einem Spieler, dessen Profil noch Lücken im Passspiel zeigt, ist das relevant. Ein größerer Sample hätte helfen können, bestimmte Entwicklungstendenzen noch sauberer zu bestätigen. So bleibt ein Teil seines Werts weiterhin projektionsoffen, auch wenn die Grundrichtung positiv ist.

Talentprognose

Josiah Trotter bringt ein klar NFL-fähiges Inside-Linebacker-Profil in den 2026er Draft. Sein Wert entsteht aus Physis, Run-Defense-Qualität, Processing im Box-Spiel und einem brauchbaren Zusatzwert als Blitzer. Genau deshalb wirkt sein Floor relativ stabil. Er ist kein Spezialfall, den man erst komplett neu denken muss, sondern ein relativ gut lesbarer Verteidiger mit echter Frühwert-Perspektive für Teams, die klassische Front-Seven-Härte suchen. Die 2025er Saison bei Missouri hat dieses Bild deutlich bestätigt.

Sein Ceiling hängt fast vollständig daran, wie weit sich sein Passspielprofil entwickelt. Wenn er in Coverage sauberer verarbeitet, mehr Ruhe gegen Play-Action und Route-Konflikte gewinnt und nicht nur als Run-Stopper plus Blitzer funktioniert, kann er ein hochwertiger NFL-Starter werden. Bleibt dieser Teil des Spiels begrenzt, dürfte er trotzdem ein wertvoller physischer Starter oder starker Rollenspieler mit klarer Downhill-Identität werden. Die Projektion ist damit klar positiv, aber stärker von der Weiterentwicklung im Passspiel abhängig als bei den komplettesten Linebackern dieser Klasse.

Draft Grade: Early Day Three
Erwartete Draft Runde: Early Day Three

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Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

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