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Kansas City Chiefs quarterback Patrick Mahomes

Sportlich, Finanziell und gesellschaftlich | Wie verrückt ist der Mahomes-Vertrag? Sportlich, Finanziell und gesellschaftlich

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Ähnlich wie Patrick Mahomes in seinem ersten Jahr als Starter in die NFL einschlug, schlug gestern die Nachricht von seinem Rekord-Vertrag in der Sportwelt ein. Der Vertrag bindet den Super Bowl MVP für zehn Jahre an die Kansas City Chiefs und könnte ihn dafür um über eine halbe Milliarde Dollar bereichern. Wir wollen betrachten, welche der beiden Vertragsseiten den besseren Deal gemacht hat und ob Verträge in dieser Höhe überhaupt gemacht werden sollten.

Sportlich betrachtet

Schneller, höher, weiter. Dieser Zukunftsgedanke gilt in der NFL für nahezu alle Statistiken und Werte. Daher war es wenig überraschend, dass Patrick Mahomes zum bestbezahltesten Quarterback gemacht wurde. Mit seiner Athletik, seinem Spielverständnis und seinem Wurfarm ist Mahomes der Prototyp eines aktuellen NFL-Quarterbacks und für viele zu Recht der wertvollste Spieler – nicht nur der letzten Saison, sondern im Hinblick auf die nächste Dekade.

Die Chiefs konnten in den letzten zwei bzw. drei Jahren die Fortschritte des jungen MVPs gut beobachten und seine Fähigkeiten einschätzen. Auch wenn in der NFL zehn Jahre eine sehr lange Zeitspanne sind, macht es aus Sicht der Chiefs durchaus Sinn, sich für so eine lange Dauer an einen Quarterback zu binden. Zumal sich Mahomes mit seiner Veranlagung ohne Probleme an wechselnde Spielsysteme oder Trainerteams anpassen kann.

Finanziell betrachtet

Normalerweise übersteigen neue Verträge von Top-Quarterbacks die letzten Rekordverträge um circa 1,5 – 3,5 Millionen Dollar pro Jahr. Mit einem Durchschnittsjahresgehalt von 45 Millionen Dollar bezahlt Kansas City bei Vertragsbeginn allerdings zehn Millionen Dollar mehr pro Jahr als Seattle dem aktuellen Topverdiener. Um zu beurteilen, ob diese Summe nun viel oder wenig ist, sollte man sich Gedanken über die Entwicklung des Salary Caps und die der Inflation machen.

Sicherlich wird Mahomes in den nächsten fünf Jahren noch immer zu den Top-Verdienern der Liga gehören. Dies lässt sich damit begründen, dass aufgrund der Corona-Krise eventuell weniger Tickets verkauft werden dürfen und durch erhöhte Arbeitslosigkeit in den USA weniger Geld in den Sportbereich fließen wird. Wenn auch ein ganz anderes Kaliber als die NFL, musste beispielsweise die Konkurrenzliga XFL bereits im April Insolvenz anmelden. Daher vermuten viele Experten, dass der Salary Cap in den nächsten Jahren “nur” stagnieren könnte und dadurch die Gehälter gedeckelt werden.

Andererseits hat gerade die USA in der Krise enorm viel neues Geld in den Umlauf gebracht, mit dem Ziel die Inflation anzukurbeln. Sollte dieser Effekt langsam Wirkung zeigen, erscheint ein Jahresgehalt eines NFL-Quarterbacks in zehn Jahren von 45 Millionen gar nicht mehr so hoch.

Gesellschaftlich betrachtet

Natürlich klingt es absurd, ein Jahresgehalt von 45 Millionen Dollar – auch wenn es erst in zehn Jahren ist – als nicht hoch zu bezeichnen. Besonders, wenn man sich das komplette Vertragsvolumen von über einer halben Milliarde Dollar vor Augen führt. Diese Zahlen sind für normale Bürger*innen gar nicht nachvollziehbar geschweige denn als Einkommen denkbar. Gerade in Zeiten der COVID-19-Pandemie, in der besonders viele Amerikaner arbeitslos geworden sind, werden dadurch die Ungleichheiten in der Gesellschaft noch deutlicher.

Fazit

Als Fazit bleibt Festzuhalten, dass sportlich betrachtet die Chiefs einen guten Deal getätigt haben. Mahomes bringt das Talent und die Persönlichkeit mit die Franchise in eine sehr erfolgreiche Dekade zu führen. Finanziell scheint der Vertrag für beide Seiten eine Win-Win-Situation zu sein, in der Mahomes in den ersten Jahren überdurchschnittlich viel verdient und dafür in den letzten Vertragsjahren vermutlich auf ein paar mögliche Dollar verzichten muss. Auch wenn der Job des Quarterbacks der vermutlich anspruchsvollste Job der Welt ist und dieser sehr viel Wert und damit Kapital in die Franchise bringt, sollten diese Gehälter gesellschaftlich dennoch kritisch und kontrovers betrachtet werden.

Foto: imago images / Icon SMI
Mehr:  Bengals entlassen Moritz Böhringer
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