NFL Draft 2026 – Edge Player im Überblick

Wie Baileys explosiver First Step ihn zu einem der besten Pass Rusher 2025 macht

Lesezeit: 144 Min.
Eine Person, die eine schwarze Kopfbedeckung und ein weißes NFL-Trikot mit einem Special Olympics-Logo trägt, lächelt an einem sonnigen Tag im Freien und inspiriert künftige Edge Rusher im Vorfeld des NFL Draft 2026. Alt-Text wurde KI-generiert.
Foto: IMAGO / UPI Photo

Cashius Howell

College: Texas A&M Aggies
Alter: 23 Jahre (16. April 2003) | Größe: 6 ft 2 in (188 cm) | Gewicht: 248 lbs (112 kg)

2025 Statline

Games: 13 | Tackles: 31 | TFL: 14,0 | Sacks: 12 | QB Hits: 2 | Pressures: 41

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Spielerprofil

Cashius Howell ist ein EDGE-Prospect, dessen Profil sich sehr klar über Explosivität, Beschleunigung auf engem Raum und unmittelbare Pass-Rush-Gefahr definiert. Er gehört nicht zu den langen, prototypisch gebauten Edge-Rushern, die sich über Maße und natürliche Reichweite verkaufen, sondern zu den Spielern, deren Wert aus dem ersten Schritt, der Geschwindigkeit in den Rush hinein und der Fähigkeit entsteht, Tackles sofort unter Stress zu setzen.

Sein Weg in diese Position macht die Evaluation zusätzlich interessant. Howell kam nicht als klassischer Blue-Chip-Recruit oder langjähriger SEC-Star in den Draftprozess, sondern entwickelte sich über Bowling Green, setzte sich danach bei Texas A&M in deutlich besserer Konkurrenz durch und lieferte 2025 seine stärkste Saison ab. Er hat nicht nur auf niedrigerem Niveau gepunktet, sondern seine Rush-Qualität auch gegen SEC-Offensive-Lines bestätigt. Das erhöht die Glaubwürdigkeit seiner Pass-Rush-Basis deutlich.

Howell gewinnt nicht nur mit linearem Upfield-Speed, sondern mit einer Verbindung aus Burst, Richtungswechseln, aktiven Händen und bemerkenswerter Cornering-Fähigkeit. Gerade das enge Arbeiten an der Kurve ist bei ihm auffällig. Er kann die Außenbahn bedrohen, ohne dabei vollständig aus dem Play zu driften, und bringt genug Körperkontrolle mit, um trotz Kontakt oder leicht veränderter Winkel im Rush zu bleiben.

Hinzu kommt, dass der Combine seine Stärken eher bestätigt als relativiert hat. Offiziell lief Howell 4,59 Sekunden im Forty bei einem 1,58er 10-Yard-Split; dazu kamen 32,5 Inches im Vertical und 9 Fuß 7 im Broad Jump. Diese Werte sind für einen Edge-Rusher nicht nur gut, sondern passen sehr präzise zu dem, was im Film sichtbar wird: explosiver Antritt, gutes Beschleunigungsprofil und genug funktionale Athletik, um Speed in echten Pass-Rush-Wert umzusetzen.

Die zentrale Diskussion seines gesamten Draftcases dreht sich um die Armlänge. Beim Combine wurde er bei 30 1/4 Zoll gemessen, also klar unter der Schwelle, bei der NFL-Teams auf der Position wirklich komfortabel sind. Kürzere Arme bedeuten auf EDGE weniger Fehlertoleranz am Kontaktpunkt, weniger natürliche Distanzkontrolle und häufiger die Notwendigkeit, technisch fast perfekte Reps zu spielen. Genau deshalb ist Howell ein Prospect, bei dem Stärken und strukturelle Risiken ungewöhnlich eng nebeneinanderliegen.

Stärken

  • Explosiver First Step mit sofortiger Stresswirkung

Howells größte Stärke ist sein Antritt. Er kommt schnell genug aus dem Stance, um Tackles direkt in die Rückwärtsbewegung zu zwingen und Reps früh in seine Richtung zu kippen. Gerade bei Edge-Rushern ist das nicht nur eine athletische Nebenbemerkung, sondern die Grundlage fast des gesamten Profils. Wer den Snap so schnell für sich öffnet, diktiert die ersten Winkel, erzwingt hektischere Sets und schafft die Voraussetzung für alle nachfolgenden Counters. Bei Howell ist das kein situativer Flash, sondern der Kern seines Spiels.

  • Enge Cornering-Fähigkeit und echte Speed-Bedrohung außen

Ein besonderer Reiz seines Profils liegt darin, dass seine Explosivität nicht nur bis zum Tackle reicht, sondern auch am Top des Rushs erhalten bleibt. Howell kann die Kante eng laufen, Geschwindigkeit mit in die Kurve nehmen und den Winkel zum Quarterback auch dann noch halten, wenn der Tackle den Außenweg zunächst halbwegs aufnimmt. Genau diese Fähigkeit hebt ihn von vielen bloß schnellen College-Rushern ab.

  • Belegte Pass-Rush-Produktion auf höherem Niveau

Howells 2025er Saison ist auch deshalb wertvoll, weil sie das Profil nicht theoretisch lässt. Zwölf Sacks und 41 Pressures sind kein bloßes Entwicklungsversprechen, sondern handfester Output. Dazu kommen die offizielle Auszeichnung als SEC Defensive Player of the Year, vier Ehrungen als SEC Defensive Lineman of the Week sowie die Finalistenstellung beim Ted Hendricks Award. Das deutet auf einen Spieler hin, dessen Einfluss nicht auf ein paar Splash-Plays beschränkt war, sondern über eine ganze Saison hinweg konkret spürbar blieb.

  • Aktive Hände und brauchbare Rush-Weiterführung

Howell ist kein vollkommen technikferiger Rusher, aber sein Spiel besteht auch nicht nur aus Speed. Er bringt aktive Hände mit, arbeitet besser durch Kontakt als reine Außenbahn-Sprinter und zeigt genug Gefühl dafür, Reps nicht nach dem ersten gestoppten Ansatz aufzugeben. Das ist wichtig, weil sein Profil sonst viel fragiler wäre. Gerade die Fähigkeit, Rushes weiterzuführen und größere Tackles nicht sofort das gesamte Play kontrollieren zu lassen, gibt ihm mehr Stabilität.

  • Hoher Motor und spürbare Aggressivität im Play

Ein weiterer Pluspunkt ist die Aktivität, mit der Howell spielt. Er arbeitet Reps durch, bleibt in Verfolgungssituationen beteiligt und bringt insgesamt eine recht klare Angriffsmentalität mit. Gerade für einen Edge mit pass-rush-lastigem Profil ist das relevant, weil der Wert sonst schnell auf offensichtliche Passing Downs schrumpfen würde. Sein Motor sorgt dafür, dass er auch dann Einfluss nimmt, wenn der erste Rush nicht sofort in Sack-Nähe endet.

  • Attraktive Projektion als spezialisierter Pressure-Creator mit Upside

Howells Skillset ist in modernen NFL-Defenses sehr leicht zu lesen: Er bringt echten Wert als Pass-Rush-Waffe. In einer Liga, in der reiner Quarterback-Druck auf Premium-Positionen enorm bezahlt wird, ist das ein starkes Fundament. Selbst wenn nicht jeder Teil seines Profils auf gleichem Niveau entwickelt ist, bleibt genau diese Kernstärke so relevant, dass Teams relativ früh eine definierte Rolle für ihn finden können.

Schwächen

  • Armlänge bleibt der größte strukturelle Warnhinweis

Der wichtigste Risikofaktor seines Profils ist eindeutig die Reichweite. Selbst wenn der Pro-Day-Wert etwas besser ausfiel, bleibt Howell für einen frühen NFL-Edge kurzarmig. Das ist relevant, weil Edge-Rusher in der NFL permanent gegen Tackles arbeiten, die Länge, Technik und Recovery-Fähigkeit auf deutlich höherem Niveau mitbringen als im College. Kürzere Arme reduzieren die Fehlertoleranz im Erstkontakt, erschweren das Spielen durch die Brust des Blockers und machen es schwerer, Separation zu erzeugen. Howell kann das über Timing und Geschwindigkeit teilweise kompensieren, aber es bleibt ein echter Deckel auf seinem Profil.

  • Run Defense klar weniger überzeugend als der Pass Rush

Der zweite große Punkt ist seine Arbeit gegen den Lauf. Howell ist gegen den Lauf nicht wertlos, aber sein Profil kippt deutlich in Richtung Attack-Rusher. Er arbeitet häufiger um Blocks herum als durch sie hindurch, spielt nicht immer mit idealer Kontrolle am Point of Attack und bringt nicht dieselbe Stabilität in Early-Down-Situationen mit wie vollständigere Edge-Prospects.

  • Weniger natürliche Power als bei kompakteren oder längeren Power-Rushern

Howell gewinnt primär über Explosivität, Geschwindigkeit und Angriffswinkel, nicht über überwältigende Kraft im Kontakt. Das muss kein grundlegendes Problem sein, begrenzt aber seine Art zu gewinnen. Wenn Tackles seinen ersten Schritt sauber aufnehmen und ihn in längere, physischere Reps zwingen, fehlt ihm teilweise der zweite dominante Hebel, um Plays trotzdem zuverlässig zu kontrollieren.

  • Profil wirkt eher spezialisiert als vollständig ausbalanciert

Howell ist ein gutes Beispiel für einen Spieler, dessen Stärke sehr klar, dessen Gesamtprofil aber noch nicht ganz rund ist. Sein sicherster Wert kommt über das Passspiel. Das ist auf EDGE keineswegs wenig, aber es bedeutet eben auch, dass man ihn präziser lesen muss. Er ist aktuell nicht der Typ Prospect, den man völlig sorgenfrei als Three-Down-Komplettpaket etikettieren würde.

Talentprognose

Cashius Howell ist ein EDGE-Prospect mit sehr klarer NFL-Einstiegskompetenz, weil seine wichtigste Stärke sofort übertragbar wirkt: Er kann den Quarterback bedrohen. Sein First Step, seine Außengefahr und seine Fähigkeit, in Geschwindigkeit enge Winkel zum Pocket zu halten, geben ihm einen frühen funktionalen Wert, den nicht viele Prospects so direkt mitbringen. Dazu kommt, dass er diese Traits 2025 nicht nur gezeigt, sondern in SEC-Produktion übersetzt hat.

Sein Ceiling hängt fast vollständig an zwei Fragen: Wie weit kann er technisch noch wachsen, und wie stark begrenzen ihn die fehlende Länge sowie die schwächere Run Defense auf NFL-Niveau tatsächlich? Wenn seine Hände und seine Rush-Weiterführung weiter zulegen und ein Team ihn in einer Rolle nutzt, die seinen Pass-Rush-Wert maximiert, hat er das Profil eines sehr gefährlichen EDGE2 mit Phasen von deutlich mehr. Bleiben die Limitierungen gegen den Lauf und im Kontaktmanagement dagegen bestehen, wirkt der wahrscheinlichste Pfad eher wie der eines wertvollen, aber etwas spezialisierten Druckspielers.

Draft Grade: Early Second Round
Erwartete Draft Runde: Early Second Round

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Fabian Weigl beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der NFL und der NCAA und bringt seine Begeisterung für American Football in fundierte Analysen und Berichte ein. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit Teams, Spielern und Spielstrategien hat er sich ein Wissen über den Sport angeeignet.

Beruflich ist er im Controlling tätig. Mit seinem ausgeprägten Blick für Details und aktuellen Entwicklungen möchte Fabian Weigl seine Leidenschaft für Football weiter vertiefen.

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