Christian McCaffrey geht mit 30 Jahren und einer monströsen Usage in die neue Saison; Sorgen macht er sich deshalb aber keine. Der Running Back der San Francisco 49ers sagte in dieser Woche, dass ihn Fragen zu seiner Belastung schon seit Jahren begleiten. Seine klare Botschaft: Entscheidend sei vor allem, wie ein Spieler unter der Woche im Training gesteuert wird, nicht ob man ihm sonntags künstlich Touches wegnimmt. Wer gewinnen wolle, müsse im Spiel eben alles auf den Platz bringen.
Der Hintergrund dieser Debatte ist klar: McCaffrey kam 2025 auf 413 Ballkontakte und lag damit ligaweit vorne. Laut unseren Daten trug er die 49ers-Offense über die komplette Saison hinweg mit einer enormen Mischung aus Runs und Targets. Dass sein Name bei der Workload-Diskussion sofort fällt, ist also logisch; nur teilt McCaffrey die Bedenken eben nicht.
Und rein produktiv hatte San Francisco auch wenig Grund, die Bremse reinzuhauen. Mehrere Saisonrückblicke ordnen 2025 als eine seiner stärksten 49ers-Seasons ein. McCaffrey beendete das Jahr mit 2.126 Yards from Scrimmage und wurde nach seiner verletzungsgeprägten Vorsaison als Comeback Player of the Year gefeiert. Gleichzeitig blieb nicht alles perfekt: Sein Schnitt von 3,9 Yards pro Lauf war deutlich niedriger als in seinen explosivsten Jahren und laut Analysen seine schwächste Marke seit längerer Zeit.
Genau da setzt McCaffrey selbst auch an. Statt über die Gesamtzahl der Touches zu diskutieren, spricht er lieber über Effizienz. Er will wieder mehr Tackles brechen, mehr lange Läufe generieren und aus soliden 8- bis 10-Yard-Plays wieder echte Chunk-Gains machen. Das passt zu den Zahlen: Die Rolle war 2025 riesig, aber der ganz große Explosivitätsfaktor war nicht mehr ganz auf dem Niveau seiner absoluten Peak-Phase.
Für die 49ers ist diese Diskussion auch deshalb relevant, weil das Backfield hinter McCaffrey gerade alles andere als sattelfest wirkt. Isaac Guerendo fällt nach einem Riss des Brustmuskels vorerst aus und soll laut den jüngsten Berichten erst gegen Ende des Training Camps zurückkehren. Damit fehlen San Francisco ausgerechnet in der Phase der Workload-Planung wichtige Alternativen und Rotationsoptionen.
Das macht Christian McCaffrey umso wichtiger und erklärt, warum die 49ers ihn weiter kaum wie einen normalen Running Back behandeln können. Er ist nicht nur Ballträger, sondern ein zentraler Fixpunkt des gesamten Spiels. Solange San Francisco keine klare, belastbare Entlastung hinter ihm etabliert, wird die Theorie von einer vorsichtig dosierten Saison für den Star-Back schwer umzusetzen sein. McCaffrey selbst scheint das ohnehin nicht zu interessieren: Für ihn zählt am Ende nicht die Touch-Zahl, sondern was der Touch bringt.

Alexander R. Haidmayer - Experte für Football und Gründer von FootballR.
Alexander Haidmayer ist ein angesehener Experte im Bereich Football und Gründer von FootballR, einer führenden Plattform für Footballnachrichten. Seit 2013 ist er mit Leidenschaft und Fachwissen in der Welt des Footballs tätig und hat sich einen Namen als Experte auf diesem Gebiet gemacht.
Neben seiner Rolle als Gründer und Eigentümer von FootballR ist Alexander R. Haidmayer seit 2006 auch als Mitarbeiter bei der renommierten Kleinen Zeitung tätig. Diese langjährige Erfahrung ermöglicht es ihm, fundierte Einblicke und exklusive Informationen aus der Footballwelt zu liefern.

