Die Arizona Cardinals haben auf heftige Weise auf Vorwürfe ihres ehemaligen Vice Presidents reagiert. Der einstige VP Terry McDonough hat eine Schiedsklage gegen das Team eingereicht, in der er den Besitzer Michael Bidwill des Betrugs beschuldigt.
Attacke gegen Ex-VP nachdem dieser dem Besitzer der Arizona Cardinals Betrug und Fehlverhalten vorwarf
Die Organisation wollte die Unterstellungen jedoch nicht auf sich sitzen lassen und haben in einer öffentlichen Stellungnahme scharf zurückgeschossen.
Oft reagiert ein Unternehmen, das von einem Ex-Mitarbeiter des Fehlverhaltens beschuldigt wird, mit keinem Kommentar. Manchmal gibt es einen Kommentar als Antwort. Hin und wieder gibt es einen langen Kommentar.
Selten enthält der lange Kommentar einen überzogenen persönlichen Angriff auf jemanden, der es gewagt hat, Beschwerden über die entsprechenden internen Verfahren vorzubringen.
Das ist es, was die Cardinals als Antwort auf die Anschuldigungen des Ex-Managers Terry McDonough veröffentlicht haben. Den vollständigen Inhalt des Statements des Teams findest du hier.
Diese Äußerung ist voll von persönlichen Angriffen auf McDonough.
Es stimmt, dass McDonough schwere Vorwürfe gegen die Franchise erhebt. Aber die Orgnisation sollte in dieser Sache den korrekten Weg einschlagen.
NFL: McDonough erhob schwere Vorwürfe und traf einen Nerv der Arizona Cardinals
Die NFL bestätigte am Dienstag den Eingang der Beschwerde, gab aber den Inhalt nicht bekannt.
McDonough behauptet, er sei degradiert worden, nachdem er sich gegen einen Plan ausgesprochen hatte, der die Verwendung von sogenannten “Wegwerfhandys” vorsah, um die Suspendierung des damaligen General Manager Steve Keim im Jahr 2018 zu umgehen, der wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet worden war.
McDonough behauptet, dass er das fragliche Telefon immer noch besitzt.
Jim McCarthy, Berater für externe Öffentlichkeitsarbeit, räumt die Situation mit den Wegwerfhandys ein, schreibt sie aber einer anderen Führungskraft der Cardinals zu und erklärt, dass “Herr Bidwill schnell gehandelt hat, als er von der Situation erfuhr, und angeordnet hat, dass die Handys eingesammelt und die Kommunikation gestoppt wird”.
McDonough arbeitete 10 Saisons lang für das Front Office der Cardinals, darunter mehrere Jahre als Vizepräsident für Spielerpersonal.
McDonoughs Vertrag wurde während der jüngsten Umstrukturierung in Arizona nicht verlängert. Trainer Kliff Kingsbury wurde entlassen und Keim wurde nicht verlängert, nachdem man in der letzten Saison einen 4-13 Record erreicht hatte. Man nahm etliche Neueinstellungen vor, darunter Trainer Jonathan Gannon und GM Monti Ossenfort.
Äußerung als Konter
Die Franchise reagierte rasch auf die Vorwürfe und bereits in der Einleitung des Statements erkennt man den generellen Ton der Reaktion:
“Wir sehen uns widerwillig gezwungen, eine öffentliche Stellungnahme abzugeben und einen breiteren Kontext für einige enttäuschende und unverantwortliche Handlungen von Terry McDonough zu liefern. Die Behauptungen, die er in einem Schiedsgerichtsantrag aufgestellt hat, sind schlichtweg falsch, rücksichtslos und ein opportunistischer Trick, um sich finanziell zu bereichern. Hier ist unser Standpunkt zu dieser Angelegenheit.”
McDonough wird in ihrer öffentlichen Reaktion wiederholt mit Schlamm beworfen und sein Charakter angegriffen, mit dem offensichtlichen Ziel, nichts von dem, was er behauptet, glaubhaft zu machen.
Aber wenn diese verschiedenen Punkte, die in der Veröffentlichung der Franchise angesprochen werden, wahr sind: Wieso feuerten sie ihn dann nicht schon deutlich früher?
Offen gesagt ist es unter der Gürtellinie, zu erklären, dass ein enges Familienmitglied dem Team nach der Einstellung von McDonough mitteilte, dass McDonough “die Verantwortung” gegenüber einem seiner Kinder aufgegeben und sie “finanziell fallengelassen” habe.
Was hat das mit McDonoughs Anstellung bei den Cardinals oder seinen aktuellen Anschuldigungen zu tun?
Die Liste der Unterstellungen gegen McDonough geht weiter und weiter. Es ist unklar, wann diese Dinge passiert sind. Aber die unausweichliche Schlussfolgerung ist, warum haben sie ihn dann so lange beschäftigt?
Das Team von Quarterback Kyler Murray stellt den ehemaligen Vicepresident jetzt im Grunde als unberechenbar, irrational und gestört dar. Zu unberechenbar, irrational und gestört, als dass man ihm irgendetwas glauben könnte, was er gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber behauptet.
Das wirkt übertrieben. Es liest sich rachsüchtig. So sollte eine NFL Franchise nicht vorgehen.
Nächste Schritte oder: Was der Arbeitgeber von Kyler Murray tun sollte
Die Cardinals sollten die Erklärung löschen, sie durch ein allgemeines Dementi von McDonoughs Behauptungen ersetzen. Weiters sollten sie sich dafür entschuldigen, dass sie seinen Charakter grundlos angegriffen haben. Abschließend sollten sie versprechen, sich auf faire und angemessene Weise über die richtigen Kanäle zu verteidigen.
Das interne Schlichtungsverfahren ist bereits zu ihren Gunsten manipuliert. Es sollte ausreichen, die Ansprüche innerhalb der Grenzen dieser Protokolle zu verteidigen. Stattdessen sind sie entschlossen, jemanden zu verleumden, der mehrere Jahre für sie gearbeitet hat.
Die Botschaft an alle derzeitigen und künftigen Mitarbeiter der Organisation ist klar.
Wenn du es jemals wagen solltest, dich über irgendetwas zu beschweren, was hier passiert ist, werden wir dich als nächstes verleumden.
Es bleibt abzuwarten, ob die Vorwürfe des ehemaligen Vizepräsidenten sich bewahrheiten. Auch spannend wird sein welche Konsequenzen dies für die Arizona Cardinals haben wird.
